Doppelte Sehnsucht

Jedes Mal wenn ich in deine Augen sehe
Sie zu ergründen versuche
Und mich sofort wieder innerlich verfluche

Wenn ich auf deine Lippen blicke
Ganz still deinen Worten lausche
Und mir gedanklich schon wieder die Haare raufe

Wenn ich davon träume,
dass du mein Gesicht in deine Hände nimmst
Und deine Lippen sanft auf meine bringst

Wenn ich mir ausmale
Wie du mich berührst
Und mich damit hoffnungslos verführst

Wenn ich dich anschmachte
Du mich neckst und mit mir spielst
Und du mich genauso willst

Wenn ich mir vorstelle
Wie du cool und männlich vor mir stehst
Und ich mir heimlich wünsch‘, dass du mit mir schläfst

Wenn ich nur daran denke
Wie du neben mir liegst
Und deinen Kopf sanft an meinen Nacken schmiegst

Dann dreh ich halb durch
Hier allein, so ganz ohne dich
Darum bitte Zeit, vergeh und rette mich!

© Eleni Anthea, Wien, August & September 2015

Song of the day: Willie Nile – Streets Of New York

Freitag, 13. März 2015

Vermissen. Heute merke ich einmal mehr, wie sehr ich dich manchmal vermisse. Dich als Mensch. Den Freund. Weil du der einzige Mann bist, der je verstanden hat, wie viel mir Musik bedeutet. Die Worte. Die Texte. Wie tief sie mir immer unter die Haut gehen. Bis ins Herz. Weil Musik die Sprache unserer Seele ist.

Ich wünschte ich könnte diesen Moment mit dir teilen. Dir dieses tolle Lied schicken, das ich auf Gerhards Blog entdeckt habe (danke noch einmal), und mit dir über diesen großartigen Künstler philosophieren. Nein, gemeinsam stundenlang bei seinen Liedern versinken. Ich glaube, du würdest ihn lieben. So wie wir Bob Dylan lieben. Und Damien Rice.

Doch ich kann es nicht, weil zwischen uns seit 4 Monaten Funkstille herrscht. Dabei wüsste ich gerne wie es dir geht. Ob sich das Chaos in deinem Leben ein wenig gelichtet hat. Ob es dir gut geht. Ob du nun glücklich bist. Und, ob du mich auch vermisst. Zumindest gelegentlich.

The streets of New York
A maze made of iron and stone.
A labyrinth complete,
With edges that cut through the bone.

They come by the millions,
The hipster, the prince and the clown.
They come ‘cause they know that
Something’s going down…
On the streets of New York.

The streets of New York
Wind and turn in their own crooked way.
A motherless child,
So reckless at work and at play.

Still-born buildings abound,
Corporations of steel,
Long lines at the lost and found
All serve to reveal…
The streets of New York

The streets of New York
Have faces only mothers could love.
From rich boys in silk,
To panhandlers who can’t get enough.

Drifters ride on the subways,
Hustlers roam through the night.
Tourists come back again and again
Until they get it right…
On the streets of New York.

The streets of New York
Unfold like a matchmaker’s dream.
Day becomes night,
Through canyons of concrete and steam.

Juliet on the rooftops,
Romeo underground.
Late at night when their lips meet,
You can’t hear a sound…
On the streets of New York.

The streets of New York
Have places where two hearts can meet.
The west side, uptown
Or down here on Revington Street.

Meet me tonight by the station,
Meet me in Washington Square.
We’ll drink wine and dance on the moonlight,
And I’ll hold you in the air…
On the streets of New York.
(Quelle: http://www.lyricsmode.com/lyrics/w/willie_nile/streets_of_new_york.html)

Song of the day: Broilers – Wo bist du (du fehlst)?

Du fehlst. Mit zwei paar Wollsocken an den Füßen und eingehüllt in meine warme Winterjacke sitze ich hier am Balkon. Umringt von den mittlerweile sehr kargen Paradeiserpflanzen und blicke in die dunstige Ferne. Irgendwo weit unter mir zirpen unzählige Grillen und erinnern noch ein wenig an laue Sommernächte. Doch der kühle Windhauch kündigt einmal mehr an, was ich seit Wochen intensiv zu verdrängen versuche. Den Herbst.

Den ich einfach noch nicht so ganz wahrhaben kann, denn der kleine Hoffnungsschimmer protestiert lautstark und bettelt: „Bitte! Ein letztes Mal für heuer im See schwimmen. So zum Abschied. Das fehlt doch noch. Das war so… so gar nicht endgültig beim letzten Mal.“

Und er hat ja recht. Schließlich habe ich in den vergangenen Jahren im September tatsächlich noch meine Runden im See gedreht. Bin auf der Insel gesessen und habe in die untergehende Sonne geblinzelt. Wehmütig geseufzt und mich langsam von dem kühlen, glitzernden Wasser verabschiedet. Um dann noch einmal hineinzuspringen und ausgiebig durch die Wellen zu tauchen. Bis ich wieder bei meinem Steg angekommen bin.
Etwas, das mir heuer neben so manchem fehlen wird.

Ja, langsam wird es Zeit. Zeit, offiziell vom Sommer Abschied zu nehmen, um die nächste Jahreszeit mit all ihren Facetten genauso gebührend willkommen zu heißen.

Denn manchmal müssen wir im Leben etwas zurücklassen, um etwas Neues in uns aufnehmen zu können. Um weiterzugehen, anstatt irgendwann einfach stehenzubleiben. Auch wenns noch so weh tut.


Die Nächte heller
Dann, wenn du mit mir warst
Hassten die gleichen Bands
Wir liebten dieselben Bars
Wir brauchten nur uns
Ließen die Welt im Regen stehen
Wir waren uns sicher
Irgenwann wird’s auch der Rest verstehen
Wo auch immer du jetzt bist, ich weiß nur
Dass du mir hier fehlst

Wo bist du? Ich bin hier, du fehlst
Die Welt dreht sich, doch ich bleib stehen

Alle Lieder besser
Wenn du sie mit mir sangst
Unsere Nächte dauerten Tage
Immer weiter ohne Angst
Wir wollten dieses Palmending
Wir wollten unsere Anti Islands
Ich möchte sauer sein
Wir wollten doch alles teilen!
Ich weiß, Lebewesen kommen
und Lebewesen gehen
Das ist der Lauf der Dinge
Doch ich lauf nicht mehr, ich bleibe stehen

Wo bist du? Ich bin hier, du fehlst
Alles geht seinen Gang, nur ich bleib stehen

(Quelle: http://www.songtexte.com/songtext/broilers/wo-bist-du-du-fehlst-4b5937e6.html)

Gänsehautfeeling oder “Nobody ‚Cept You“

“Nobody ‚Cept You“. Dieses Lied von “16 Horsepower” hat mir vorhin eine unfassbar schöne Gänsehaut am ganzen Körper verursacht. So eine, die dich völlig unerwartet und mit voller Wucht trifft. Es überall kribbeln lässt. Ein Lied, das dich fast zu Tränen rührt weil es dich bis in dein Innerstes trifft. Weil es eine brutale Ehrlichkeit in sich trägt. Weil es deine Gefühle weckt und dich ehrfürchtig seufzen lässt. Und in dem Moment weißt du, du hast es gefunden. Das Lied nachdem du an diesem Abend gesucht hast. Ein schönes Lied um den Tag ausklingen zu lassen. Ein Lied, das du mit niemandem verbindest. Das nur dir allein gehört.

Das Original stammt übrigens vom großartigen Bob Dylan (Album: Planet Waves)

Nobody ‚Cept You
Nothin‘ ‚round here to me that’s sacred

‚Cept you, yeah you
Nothin‘ ‚round here to me that matters
‚Cept you, yeah you

You’re the one that reaches me
You’re the one that I admire
Every time we meet together
I feel like I’m on fire
Nothin‘ matters to me
And there is nothin‘ I desire
‚Cept you, yeah you

Nothin‘ ‚round here I care to try for
‚Cept you, yeah you
Got nothin‘ here to live or die for
‚Cept you, yeah you

As a kid I’d hear it
In the churches all the time
Make me feel so good inside
So peaceful, so sublime
Now nothin‘ does remind me
Of that old familiar chime
‚Cept you, yeah you

Used to run in the cemetery
Dance and run and sing when I was a child
And it never seemed strange
Now I just pass mournfully by
That place where the bones of life are piled
I know something has changed
I’m a stranger here and no one sees me
‚Cept you, yeah you

Nothin‘ anymore seems to please me
‚Cept you, yeah you
Your love hypnotizes me
It holds me in its spell
Everything runs by me
Just like water from a well
Everybody wants my attention
Everybody’s got something to sell
‚Cept you, yeah you
I’m in love with you

I’m in love with you
(Quelle: http://www.16horsepower.com/lyrics.html)

Da sitze ich also und starre durch die Glasfront hinaus in den Nachthimmel. Lausche andächtig diesen unfassbar schönen Klängen und frag mich, wie es sein kann, dass ich noch nie etwas von der Band gehört habe. “16. Horsepower“. Genial. Melancholisch. Schön. Und zugleich komplett unterschätzt.

Umso schräger, dass sich das Album seit August 2010 in meiner iTunes Datenbank befindet und ich erst heute zufällig darauf gestoßen bin. Doch halt. Fehler im System. Es muss sich still und heimlich irgendwann zwischen 2008 und 2010 in mein Leben geschmuggelt haben. Die Erinnerung kehrt Dank eines Blickes aufs CD-Cover zurück. Sie führt mich zu einem Spätnachmittag mit L. Wo wir hoch oben im Dachgeschoßstudio unzählige Alben angehört haben. Gelacht und gefachsimpelt haben. Bei Zigaretten, Bier und Cola. Mit Fernblick auf Baden’s Weinberge.

Eine Erinnerung, die langsam immer mehr verblasst und doch tief in mir schlummert. Um in gewissen Momenten wieder aufzutauchen und mir ein Lächeln zu schenken. Heute, in Form dieses wunderschönen Liedes.

Danke L. für diesen feinen Spätnachmittag. Er hat meinen Zugang zur Musik wesentlich beeinflusst. 🙂