Song of the night: Asaf Avidan – Different Pulses

Different Pulses. Mit Gänsehaut am ganzen Körper und Tränen in den Augen sitz ich grad am Küchentisch und sehe mir auf ARTE das Konzert von Asaf Avidan im Pariser Folies Bergère an. Und bereue es einmal mehr, dass ich sein Konzert im Wiener Konzerthaus vergangenes Jahr verpasst habe.

Denn ich stelle erneut fest: dieser Künstler, der seit seinem Album „The Reckoning“ fixer Bestandteil meines Lebens ist, ist einfach nur genial! Selten dass es jemand schafft, mich mit seinen Liedern zuerst zum Heulen zu bringen und anschließend mit seinen Worten zum Lachen. Mit einer Show, die mich im ersten Moment ein wenig an ein Theaterstück erinnert. Und einem Lied, das auf Französisch gleich noch viel bezaubernder klingt. Jetzt bin ich restlos ergriffen. Und heule bei „Different Pulses“ gleich wieder los. Weils mir grad so aus der Seele spricht.

Den halben Abend habe ich nämlich damit verbracht, einen ziemlich persönlichen Beitrag zu schreiben, den ich später eigentlich noch veröffentlichen wollte. Doch fand ich vorhin nicht die passenden Schlussworte und war auch mit dem Titel höchst unzufrieden. Folglich beschloss ich, eine Pause einzulegen und da entdeckte ich dann auch das Konzert.

Und ja, das Lied macht mir ein bisschen Mut. Mut den Beitrag zu Ende zuschreiben und ihn doch zu veröffentlichen. Vielleicht nicht mehr heut Nacht, denn ich bin jetzt – passend zu dem Sturm der draußen tobt – noch aufgewühlter als zuvor und kann kaum noch klar denken. Was ich vorhersehen hätte müssen, da mich kein Konzert je kalt gelassen hat.

Doch vielleicht ist es so wie Asaf Avidan gerade gesagt hat:

„…a girl told me once that in a relationship trying is the most important thing. I don’t know if it was bullshit. I’m gonna try.

Also werd‘ ich’s einfach versuchen. In jeglicher Hinsicht. Vielleicht fallen mir die passenden Worte ja unter der Dusche ein. Wäre ja nicht das erste Mal. 😉

Lieber Asaf, ich danke dir vielmals für diesen sehr bewegenden Abend. Und den Menschen von ARTE, dass sie immer wieder so tolle Konzerte zeigen. 🙂

My life is like a wound I scratch so I can bleed
Regurgitate my words, I write so I can feed
And Death grows like a tree that’s planted in my chest
Its roots are at my feet, I walk so it won’t rest

Oh, Baby I am Lost…

I try to push the colors through a prism back to white
To sync our different pulses into a blinding light
And if love is not the key. If love is not a key.
I hope that I can find a place where it could be

I know that in your heart there is an answer to a question
That I’m not as yet aware that I have asked
And if that tree had not drunk my tears
I would have bled and cried for all the years
That I alone have let them pass

Oh, Baby I am yours…
(Quelle: http://www.azlyrics.com/lyrics/asafavidan/differentpulses.html)

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Song of the night: Damien Rice – Colour Me In

My Favourite Faded Fantasy. Ein Album von Damien Rice, das ich mir bis heute weder vollständig anhören noch kaufen konnte. Ich musste immer wieder abbrechen. Kämpfte jedes Mal mit den Tränen, so wie jetzt. Weil mich die Texte so sehr an einen bestimmten Menschen erinnern. Mir heute noch aus der Seele sprechen. Auch wenn es keinen Sinn ergibt und der letzte Funke an Hoffnung endgültig erloschen ist. Es berührt mich trotzdem, weil es einfach die Musik von T. und Pippi war.

I tried to repress it
Then I carried its crown
I reached out to undress it
And love let me down
Love let me down…
So I tried to erase it
But the ink bled right through
Almost drove myself crazy
When these words led to you

And all these useless dreams of living alone
Like a dogless bone…

So come let me love you
Come let me love you
And then… colour me in

Well I tried to control it
And cover it up
I reached out to console it
It was never enough
Never enough…

So I tried to forget it
That was all part of the show
Told myself I’d regret it
But what do I know

About all these useless dreams of living alone
Like a dogless bone…

So come let me love you
Come let me love you
And then… colour me in

Come let me love you
Come let me take this through the end
Of all these useless dreams of living
In all these useless dreams
All these useless dreams of living
In all these old noes

Come let me love you
Come let me love you
Come let me love you
Come let me…

(Quelle: http://www.azlyrics.com/lyrics/damienrice/colourmein.html)

Song of the night: Leonard Cohen – That Don’t Make It Junk

Der letzte Tanz. Die Uhr sagt 05:59 und nach einer sehr anstrengenden weil arbeitsintensiven Ballnacht liege ich endlich im Bett. Die Füße freuen sich, denn trotz der bequemen Schuhe tun sie mir vom vielen herumrennen und stehen mörderisch weh.

Der „normale“ Mensch würde an dieser Stelle sofort schlafen gehen, doch der letzte Cappuccino erfüllt noch brav seinen Zweck und folglich bleibt mir nichts anderes übrig, als diese Energie abzubauen. Was mir durchaus recht ist, denn beim Heimfahren hat mir der iPod via „alle Titel in zufälliger Reihenfolge“ dieses Lied von Leonard Cohen ausgespuckt, das ganz wunderbar als letzter Song zu dieser Ballnacht passt. Ausnahmsweise mal weniger des Textes wegen. Dafür aber umso mehr vom Rhythmus her und von der Melodie. Ein Lied für den letzten Tanz. 🙂

I fought against the bottle,
But I had to do it drunk –
Took my diamond to the pawnshop –
But that don’t make it junk.

I know that I’m forgiven,
But I don’t know how I know
I don’t trust my inner feelings –
Inner feelings come and go.

How come you called me here tonight?
How come you bother
With my heart at all?
You raise me up in grace,
Then you put me in a place,
Where I must fall.

Too late to fix another drink –
The lights are going out –
I’ll listen to the darkness sing –
I know what that’s about.

I tried to love you my way,
But I couldn’t make it hold.
So I closed the Book of Longing
And I do what I am told.

How come you called me here tonight?
How come you bother with my heart at all?
You raise me up in grace,
Then you put me in a place,
Where I must fall.

I fought against the bottle,
But I had to do it drunk –
Took my diamond to the pawnshop –
But that don’t make it junk.

(Quelle: http://www.leonardcohen.com/us/music/ten-new-songs/dont-make-it-junk)

Song of the night: Broilers – Meine Sache

Meine Sache. Es ist wieder einmal kurz vor 3:00 und ich sollte seit ca. 3h schlafen. Denn eigentlich möchte ich ja früh aufstehen und endlich mal am Vormittag trainieren gehen. Damit die Glücksgefühle über den Tag sukzessive abgebaut werden, und ich am frühen Abend hoffentlich so hundemüde bin, dass ich mal wieder zeitig schlafen gehe. Mein Schlafrhythmus ist nämlich seit Silvester wieder komplett im Eimer.

Stocknüchtern habe ich mit meinen Freunden die ganze Silvesternacht durchgefeiert. Hatte keine Lust auf Alkohol. Dafür wie immer den größten Spaß mit der Partie und bin irgendwann völlig überdreht und komplett glücklich gegen 7:00 im Bett gelegen.

Doch es wäre nicht mein Leben, wenn es bei einer „unspektakulären“ Nacht geblieben wäre. Nein. Ein Mensch und ein Lied, das ich nie von ihm erwartet hätte, hat in dieser Silvesternacht erneut so einiges in mir durcheinander gewirbelt. Wo ich mich doch gerade wieder gesammelt hatte.

All das arbeitet immer noch in mir. Nicht nur weil wir beschlossen haben, gemeinsam nach Berlin zu reisen, um uns auch einmal ein Konzert in der legendären Waldbühne zu geben. Am Liebsten von unseren geliebten Broilers versteht sich.

Meine Sache. Ein Lied, das mir die Welt bedeutet. Weil es mir vor Jahren geholfen hat, mit einer Sache abzuschließen. Und mich zugleich immer wieder daran erinnert. An all das, was ich damals durchgemacht habe. An all den Schmerz. Die ganze Wut. Auf ihn und vor allem auf mich. Dass ich es so weit hatte kommen lassen.

Ein Lied, das mir heute immer wieder aufs Neue ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Weil es mir zeigt, dass Zeit tatsächlich alle noch so tiefen Wunden heilt. Auch wenn die Zeit in meinem Fall 1096 Tage gedauert hat. Im Endeffekt konnte ich dann doch sowohl ihm als auch mir verzeihen. Und all die bösen Geister, die mich monatelang Nacht für Nacht in meinen Träumen aufgesucht haben, und gegen die ich so stark angekämpft habe, endgültig hinter mir lassen.

Und das wünsche ich demjenigen, der dieses Lied in der Silvesternacht gespielt hat auch. Von ganzem Herzen. Dass sich das Chaos in seinem Leben wieder legt. Dass er wieder glücklich wird. Und, dass er wieder ganz oft lächeln kann. 🙂

Ich mache einen Ritt
denn ich weiß das Land ist weiter
Ich lass‘ sie hinter mir
deine Welt und meine Geister
Wo bleibt die Erlösung
kalte Nächte, endloses Warten
was ist mit Absolution, wenn es Nacht wird im Volksgarten
(2x)

Refrain:
Meine Sache, mein Problem
ich werd nicht untergehen
Statt der weißen Fahne, werdet ihr
meinen Mittelfinger sehen!
(2x)

Was ich mit mir trage
kann ich mit niemandem teilen
nicht mit dir, mit meiner Liebe und nicht in diesen Zeilen
Ich sehe die Versuchung
hier und überall wo ich gehe
ich muss stark sein
gib mir die Kraft zum widerstehen

Refrain:
Meine Sache, mein Problem
ich werd nicht untergehen
Statt der weißen Fahne, werdet ihr
meinen Mittelfinger sehen!
(2x)

Ich brauche Niemanden
in solchen Zeiten liebt man nich
hab meine Freunde verlassen
oder verließen die mich?
Ich sollte ehrlich bleiben, wenn nur noch eines zählt
auf der Suche zu sein
besser als jeder Ort auf dieser Welt

Refrain:
Meine Sache, mein Problem
ich werd nicht untergehen
statt der weißen Fahne, werdet ihr
meinen Mittelfinger sehen!

Meine Sache, mein Problem
ich werd nicht untergehen,
und wenn du wartest,
werde ich an deiner Seite stehn!

(Quelle: http://www.magistrix.de/lyrics/Broilers/Meine-Sache-212435.html)

Song of the night: Herbert Grönemeyer – Morgen

Verstehen. Mit Liedern ist es ganz grob gesagt so wie mit Menschen. Die Einen sind uns von Beginn an sympathisch. Die Anderen eher nicht. Und dann sind da noch jene, bei denen wissen wir es nicht so recht. Weil wir zuerst nur wenig bis gar nichts mit ihnen anfangen können. Bis der Moment kommt, wo wir ihnen eine Chance geben. Sie kennenlernen wollen. Hinter die Fassade blicken und uns vorsichtig Schritt für Schritt an sie herantasten. Bis eines Tages alles einen Sinn ergibt. Weil wir sie plötzlich verstehen. In ihre Seele blicken können. Und sie ins Herz geschlossen haben. So richtig. Vollkommen. Total. Intensiv. Und deswegen auch nie wieder gehen lassen möchten. 🙂

Liegen meine Sterne im Gewühl,
Fangen die Tage an
mit mir zu streiten

Sind die Grenzen längst gesetzt,
werde ich zu viel,
und ist der Weg zu mir,
irgendwann zu weit,
selbst Dir zu weit

Wirst du morgen noch mit mir tanzen,
bleibst du in deiner Liebe fest
Wirst du dich für mich verwenden,
bestehen wir zusammen jeden Test

Untersuchst du mit mir Horizonte
widmest du mir Dein Gedicht
sind die Punkte abgeschritten
löschst du das Licht

Ich hab so oft meine Lippen riskiert
die Welt war für mich
eine einzige Enge

Ich hab vor Dir meine Wahrheiten frisiert
du lotstest mich
durch mein Gemenge

Du bist mein Vorbote
meine Batterie, mein Betrieb
mein Feinmatrose
ich bin stolz, dass Du mich liebst

Wirst du morgen noch mit mir tanzen,
bleibst du in deiner Liebe fest
wirst du dich für mich verwenden
bestehen wir zusammen jeden Test

Untersuchst du mit mir Horizonte
widmest du mir Dein Gedicht
sind die Punkte abgeschritten
löschst du das Licht

Wirst Du Dich für mich verschwenden
und vergisst einfach den Rest
Wirst du immer bei mir liegen
solange man uns beide lässt

Wirst du mir mir überfliegen
mich bejahn, wenn ich die frag
Noch so viel kann aus uns werden
bis zum letzten Tag

Ich brauch keinen Schlaf
Wer wacht, gewinnt
Ich schlag mich durch,
bin die Gnade los,
und für eines,
und bin für Dich bestimmt

Du lässt mich alles vergessen,
was in meinem Kopf rumsteht
Du explodierst mit mir ins Leben
bis die Welt sich rückwärts dreht

Du lässt mich durch Deine Augen
sehen, was ich nicht seh
Du nimmst mich in Dein Vertrauen
in dein Gebet

Wirst Du morgen noch mit mir tanzen
und vergisst einfach den Rest
lichtest Du mit mir die Anker
machen wir in Farbenhäfen fest

Untersuchst du mit mir Horizonte
widmest du mir Dein Gedicht
sind die Punkte abgeschritten
löschst du das Licht

(Quelle: http://www.songtextemania.com/morgen_songtext_herbert_gronemeyer.html)

Song of the night: Ski King – Going To The Run

Going to the run. Das kann ich zwar grad nicht und möchte ich auch nicht, aber schlafen funktioniert leider auch nicht. Obwohl das Wetter und die Uhrzeit durchaus dazu einladen.

Meine Gedanken drehen sich wieder einmal im Kreis. Von der Gegenwart bis zur Zukunft und zurück in die Vergangenheit. Bleiben bei Nächten mit Freunden in meiner ehemaligen Lieblingsbar hängen. Um diese Uhrzeit nicht selten die Letzten. Der harte Kern, der sich neben musikalischem Fachsimpeln über Texte, Alben, Bands und Gigs noch im Tischfussball oder bei einer Runde Darts gematcht hat. Bei Zigaretten, Whiskey, Cider, Cola, Vodka und Bier. Manchmal auch durcheinander und manchmal mit schlimmen Kopfschmerzen am nächsten Tag. Selten für mich dafür umso öfter für den Rest. 😉

Und einmal mehr trauere ich dieser Zeit hinterher. Bis heute habe ich nämlich kein Lokal gefunden, dass es annähernd mit dem Roadhouse aufnehmen kann. Mit den coolen Leuten dort, den weltbesten Burgern und nicht zu vergessen, der verdammt guten Musik.

So please Ski, sing me to sleep. Like you did so many times before. 🙂

(Das Original stammt übrigens von Golden Earring).


I could bet on new-years eve
He’d call me up at night
From the other side of the world
Ed was always there alright
Ed’s got the looks of a movie star
Ed’s got the smile of a prince
He ride a bike instead of a car
I wanna be his friend

Dancing in the living room
With the ladies so nice
Like a child with a wisdom tooth
He’s just a friend of mine
Ed’s got the rings and the colors
Ed’s got the wind in his hair
He goes a riding with the brothers
He’s got a fist in the air

Going to the run, run Angel
Going to the run, run Angel
Well, heaven and hell came together that night
Only for you this time
Going to the run, forever Angel

One summer at the festival
Holding on real tight
On the back of a Harley
He took me for a ride in the sky
Ed’s got the looks of a movie star
Ed’s got the smile of a prince
He’d ride a bike instead of a car
I’ll always be his friend

Going to the run, run Angel
Going to the run, run Angel
And his wings started to shine so bright
Like a fire in the night
Going to the run, forever Angel

Going to the run, run Angel
Forever going to the run, run Angel
Well, heaven and hell came together that night
Only for you this time
Going to the run, forever Angel

(Quelle: http://www.azlyrics.com/lyrics/goldenearring/goingtotherun.html)

Song of the night: Reinhard Mey – Gib mir Musik

Gib mir Musik. Weil ich nicht schlafen kann. Wieder einmal zu viele Gedanken, die völlig unnötig in meinem Kopf herumschwirren und dumme Fragen stellen. Die Träume heraufbeschwören, die ich begraben wollte. Vorerst zumindest. Weil sie unrealistisch sind und obendrein irgendwie weh tun. Zu sehr erinnern und zugleich Hoffnung schüren, wo es keine mehr gibt. Was bestimmt besser ist. Für uns beide. Und doch…

Nein, nicht weiter vordenken, nachdenken, querdenken, gegendenken, überdenken sondern für heute gar nicht mehr denken und dafür lieber von Reinhard Mey’s beruhigender Stimme in den Schlaf schaukeln lassen. Wie damals in Mamas Bauch. 😉


In der zugigen Markthalle, die auf meinem Schulweg lag,
War ein kleiner Plattenladen, bei dem lief den ganzen Tag
Ein Zehn-Schellack-Plattenwechsler, und dabei war auch ein Lied,
So ein Lied, wo es dich packt, daß du nicht weißt, wie dir geschieht.
Und da stand ich starr und hörte und mir blieb gar keine Wahl:
Ich mußt‘ es wieder hör‘n und wieder und nochmal und noch einmal.
Aber dafür hieß es warten: Zehn Lieder hin und zehn zurück,
Jedesmal ‘ne knappe Stunde für knapp drei Minuten Glück.
Das gab Ärger in der Schule, doch ich hab‘ mich nicht beschwert,
Die Musik war all die Nerverei und alle Schläge wert!

Gib mir Musik! Alles Gemeine ist verklungen,
All die Hänselei‘n, die Mißerfolge, die Demütigungen.
Die bitt‘re Niederlage ist in Wirklichkeit ein Sieg.
Gib mir Musik!

In der ersten Frühmaschine zwischen Frankfurt und Berlin,
Eingekeilt zwischen zwei Businessmen, das Frühstück auf den Knie‘n,
Den Walkman auf den Ohren, die Musik ist klar und laut,
Und ich wag‘ es kaum zu atmen, und ich spür‘ die Gänsehaut,
Wie ein mächt‘ger Strom von Wärme mich mit der Musik durchfließt,
Wie mir plötzlich, unwillkürlich Wasser in die Augen schießt.
Und ich weiß ich hab‘ natürlich kein Taschentuch im Jackett,
Und ich wein‘ einfach drauflos und auf mein Frühstückstablett.
Links und rechts die Nadelstreifen und ich heulend mittendrin.
Ob die Guten wohl sich wohl vorstellen können, wie glücklich ich bin?

Gib mir Musik, um mir ein Feuer anzuzünden,
Um die dunklen Tiefen meiner Seele zu ergründen,
Meine Lust und meine Schmerzen, Narben, die ich mir selbst verschwieg.
Gib mir Musik!
In die leere Hotelhalle heimwärtsstolpern, nachts um drei.
Noch ein Abend voller Lieder, noch ein Fest ist jetzt vorbei.
Der Portier döst hinterm Tresen, soll es das gewesen sein?
Noch ganz kurz zusammensitzen, das letzte, letzte Glas Wein…
Und jetzt steht da dies Klavier und Manni rückt den Sessel ran,
Streicht ganz sacht über die Tasten, fängt zu spielen an und dann
Läßt er Töne funkeln, perlen und wie Sternenstaub aufweh‘n,
Läßt die Melodien fließen, läßt kleine Wunder gescheh‘n.
Und er rührt dich und er schürt dich und zerreißt dich Ton für Ton,
Bis du glaubst, dein Herz zerspringt in einer Freudenexplosion!

Gib mir Musik! Die Träume, die längst aufgegeben,
Verschüttet in mir verdorr‘n, beginnen wieder aufzuleben,
Und ich weiß, daß ich jede verlor‘ne Chance noch einmal krieg.
Gib mir Musik!
(Quelle: http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/gib-mir-musik)