Goodbye Vienna oder das Ende eines Lebensabschnittes

Goodbye Vienna. Nun ist es soweit. Meine Sachen sind fast zur Gänze gepackt und ich schlafe das vorletzte Mal in meiner Wohnung. Das letzte Mal alleine. Und das letzte Mal in „meinem“ Bett. Denn ab morgen ist es „unser“ Bett.

Ich geb’s zu, es war eine harte Woche. Sowohl gesundheitlich als auch seelisch. Es war eine Woche, gespickt mit Abschieden, Tränen und Schmerz. Aber auch mit Lachen, Vorfreude und Dankbarkeit. Eine Woche, die mir einmal mehr gezeigt hat, wie viel Glück ich mit meinen Freunden und meiner Familie habe. Und wie besonders diese Menschen sind. Nicht nur aber vor allem, weil sie immer für mich da sind, wenn ich sie am meisten brauche.

Deswegen möchte ich an dieser Stelle noch einmal meiner lieben Cousine, meinem Firmkind danken. Die sich trotz Prüfung am nächsten Tag Zeit genommen hat, um mich beim packen der ersten Kisten zu unterstützen. Und die mir damit geholfen hat, den entscheidenden letzten Schritt zu tun. Nämlich, mich von meiner geliebten Wohnung zu verabschieden. Sie loszulassen. Denn auch wenn sie bestehen bleibt und ich jederzeit herkommen kann – sie wird nicht mehr dieselbe sein.

Ja, die Zeit hier war wirklich äußerst schön. Und rückblickend betrachtet, auf meine beiden Balkon-Biodiversitätsprojekte bezogen, auch eine sehr erfolgreiche. Denn ich habe nicht nur massig leckeres Bio-Gemüse geerntet, sondern konnte auch mein Wissen über die Vielfalt der Natur und ihre Nutzung im urbanen Lebensraum entsprechend erweitern. Und habe obendrein eine Menge Saatgut gesammelt, das nächstes Jahr in unserem eigenen Garten zur Anwendung kommen wird. Ein weiterer Traum der in Erfüllung geht.

Zweieinhalb Jahre hatte ich nun jegliche Narrenfreiheit. Musste auf niemanden Rücksicht nehmen. Konnte Dank guter Dämmung bis spät in die Nacht lautstark Musik hören. Und bis vier Uhr morgens im Bett Beiträge schreiben und dabei das Licht eingeschaltet lassen. Durfte das frisch gewaschene Geschirr zwei Tage im Geschirrspüler lassen wenn ich keine Lust hatte, ihn auszuräumen. Oder den Wäscheständer eine Woche lang nicht abräumen. Durfte regelmäßig nach dem putzen, das zweite Waschbecken im Bad als Ablagefläche für den ausgewaschenen Staubsaugerbehälter nutzen und auch den Papierkorb ohne schlechtem Gewissen einmal übergehen lassen. „Weils afoch wurscht is“, wie der Wiener voller Überzeugung so schön sagt. Und das war’s wirklich, denn es war ja mein alleiniges Territorium.

Etwas, das sich nun ab morgen ändern wird. Wenn aus dem „ich“ zum ersten Mal ein echtes „wir“ wird. Der Egoismus verabschiedet und die Zweisamkeit begrüßt wird. Die Luxuswohnung mit Balkon gegen ein gemütliches Nest mit Garten getauscht wird. Und einsames einschlafen durch gemeinsames ersetzt wird.

„Tauschgeschäfte“, die ich wahnsinnig gerne durchführe. Denn sie bedeuten keinen Verlust, sondern den allerhöchsten Gewinn. Nämlich, ein gemeinsames Leben mit dem wundervollsten Menschen an meiner Seite. 🙂

Nachtrag: Magic Letters – Quirlig (oder Leben in der Natur Teil 3)

Quirlig. Gibt es etwas quirligeres in der Natur, als eine Kolonie fleißiger Ameisen? Ich denke nicht. Zumindest war es irrsinnig schwer, diese winzigen, superschnellen Tierchen mit meiner geliebten Makro-Kombination fotografisch einzufangen. Und weil quirlige Ameisen selten alleine unterwegs sind, habe ich mich nicht nur bewusst für die Summe der Bilder für diesen Magic Letters Beitrag entschieden, sondern auch ganz bewusst die „unscharfen“ Bilder hinzugefügt. 🙂

Danke liebe Christina für dieses tolle Q! Jetzt haben meine April-Ameisen endlich ihren passenden Beitrag bekommen. 😀

Geheimnisvolle Pflanzen(unter)welt oder die Spuren des Buchsbaumzünslers

Der Buchsbaumzünsler. Wohl so ziemlich der Alptraum von so manchem Gartenbesitzer bzw. Gartenbesitzerin. Haben es sich nämlich diese ultra gefräßigen Raupen erst einmal in den Pflanzen gemütlich gemacht, gibt es meist kein zurück mehr. Ratzfatz werden die Blätter der geliebten, oft kunstvoll zurecht geschnittenen Buchsbaumpflanzen von den hungrigen Raupen abgefressen. Nicht selten sogar komplett gerodet. Im schlimmsten Fall so sehr, dass nicht nur einzelne Triebe absterben, sondern gleich die komplette Pflanze. Regelrechte „Fressmaschinen“ eben.

In dieser Parkanlage in Perchtoldsdorf in der ich die Fotos geschossen habe wurden sie offensichtlich noch rechtzeitig Herr über die Raupen. Denn dort waren in der Tiefe nur noch ihre Spuren zu sehen. Oder war es vielleicht doch erst der Anfang…?

 

 

Erntezeit oder Papa und die blauen Schweden

Erntezeit. Heute war’s soweit. Ich habe die nun vertrocknete Erdäpfelpflanze im Hochbeet meiner Eltern herausgerissen und mit bloßen Händen die Früchte ausgegraben. Und dabei wie ein kleines Kind gejauchzt wenn ich noch einen gefunden habe. Lieblingserdäpfel eben. 😀

Und dies hab ich nur einer Person zu verdanken, meinem Papa. Weil er nämlich im Herbst einen meiner geliebten „Blauen Schweden“ im Hochbeet vergessen hat. ❤

DANKE lieber Paps! Ich freu mich schon darauf wenn wir sie nächste Woche gemeinsam verspeisen. Hab noch einen schönen Urlaub! :-*

ELE-9259

Die Kunst des Wassers oder nutze die Überschwemmung

Regenzeit. Während sich manch’ eine/r schon nach Abkühlung sehnte, hofften wir auf der Alm auf ein Ende des herrschenden Sauwetters. Und das nicht nur weil der Keller überflutet war und die Gäste ausblieben. Primär, weil wir auf engstem Raum gefangen waren und mich langsam aber sicher die gleiche Sorge wie Gallier Häuptling Majestix plagte: „dass uns der Himmel auf den Kopf fallen könnte!“ Also ergriff ich eines Nachmittags in einer kurzen Regenpause die Flucht, schnappte mir die Nikon und wagte mich an ein Experiment, das ich ohnehin schon eine ganze Weile tun wollte: Wassertropfen fotografieren.

Nach einem Haufen deutlich überbelichteter Bilder und einer verzweifelten Nachricht an meinen geliebten Experten kam ich dann dem Problem mit dem Objektiv und dem Zwischenring doch noch auf die Schliche: ein technischer Defekt am Ring. Zum Glück konnte ich ihn beheben und so watete ich kurze Zeit später auf der Suche nach dem Objekt der Begierde, samt Gummistiefel und 7 Schichten Kleidung durch die überschwemmte Wiese. Zwei Tage später hatte ich dann trotz meiner warmen Kleidung und den Gummistiefeln eine leichte Blasenentzündung doch ich finde, sie hat sich doppelt gelohnt. Denn neben der Tatsache, dass mir „der Himmel nicht auf den Kopf gefallen“ ist, bin ich auch mit dem Ergebnis des Experimentes mehr als nur zufrieden.

Fazit: Wassertropfenkunst for President. 😉

 

Wer suchet der findet oder lost places und ihre Geheimnisse

Entdeckt. Nach einer monatelangen Pause waren der Herr Iltis und ich heute wieder auf Dosenjagd. Es war zwar ein Multi mit 8 Stages, doch diese waren nicht weit von einander entfernt und obendrein so schnell gelöst, dass ich leider nicht sehr viel Zeit zum fotografieren hatte. Aber ein paar Bilder sind’s dann doch geworden und unsere Namen nun auch in diesem Logbuch verewigt. 🙂

Ausgewandert oder die Hitze und die Flucht

Ausgewandert. Kaum bin ich von der Alm herunten bin ich wieder aus der Großstadt geflüchtet. Weniger, weil mich die Großstadt wie sonst üblich nervt (hab ich schon erwähnt, dass ich mich auf mein „Nest“ in Deutschland freue? 😉 ) – diesmal war’s definitiv die Hitze die mich reißaus nehmen lies. Gefolgt von dem Wunsch nach ein paar Tagen echter Erholung. Also bin ich wieder hier gelandet. In meinem allzeit geliebten Feriendomizil am Neufeldersee. Dem Ort mit dem ganz besonderen willow tree, der diesem Blog einst den Namen gab.

Hier hat es zwar nach 18:00 ebenfalls immer noch 37°C Außentemperatur, doch allein die Vorstellung, bei Bedarf um Mitternacht noch einmal ins kühle Nass springen zu können, lässt mich innerlich abkühlen und macht die Hitze auch in der Nacht erträglich. Wobei ich ja jederzeit und überall schlafen kann wenn ich so richtig müde und erledigt bin. 😉

Das zweite Mal sitze ich nun hier auf meinem geliebten Steg und schaue auf den See. Diesmal ist’s allerdings nicht so ruhig wie in der Früh und auch der Sonnenuntergang ist nicht ganz so schön wie der von vorgestern. Deswegen habe ich mich auch für die älteren Bilder entschieden, obwohl sie auf den ersten Blick sehr jenen vom Vorjahr ähneln. Der Moment ist dann doch nicht derselbe. Genauso wie die Gefühle, die heuer in mir herrschen. Die lassen mich nämlich dieses Jahr umso mehr lächeln und strahlen. Auch wenn der Mann meines Herzens hunderte Kilometer entfernt weilt, ich ihn wahnsinnig vermisse und noch 9 Tage durchhalten muss bis ich ihn wieder in meine Arme schließen kann. Es ist ein wunderschöner Moment, den ich einmal mehr teilen möchte. Deswegen,  herzliche Grüße von meinem aktuellen Urlaubsdomizil! Meinem geliebten willow tree. 🙂