Goodbye Vienna oder das Ende eines Lebensabschnittes

Goodbye Vienna. Nun ist es soweit. Meine Sachen sind fast zur Gänze gepackt und ich schlafe das vorletzte Mal in meiner Wohnung. Das letzte Mal alleine. Und das letzte Mal in „meinem“ Bett. Denn ab morgen ist es „unser“ Bett.

Ich geb’s zu, es war eine harte Woche. Sowohl gesundheitlich als auch seelisch. Es war eine Woche, gespickt mit Abschieden, Tränen und Schmerz. Aber auch mit Lachen, Vorfreude und Dankbarkeit. Eine Woche, die mir einmal mehr gezeigt hat, wie viel Glück ich mit meinen Freunden und meiner Familie habe. Und wie besonders diese Menschen sind. Nicht nur aber vor allem, weil sie immer für mich da sind, wenn ich sie am meisten brauche.

Deswegen möchte ich an dieser Stelle noch einmal meiner lieben Cousine, meinem Firmkind danken. Die sich trotz Prüfung am nächsten Tag Zeit genommen hat, um mich beim packen der ersten Kisten zu unterstützen. Und die mir damit geholfen hat, den entscheidenden letzten Schritt zu tun. Nämlich, mich von meiner geliebten Wohnung zu verabschieden. Sie loszulassen. Denn auch wenn sie bestehen bleibt und ich jederzeit herkommen kann – sie wird nicht mehr dieselbe sein.

Ja, die Zeit hier war wirklich äußerst schön. Und rückblickend betrachtet, auf meine beiden Balkon-Biodiversitätsprojekte bezogen, auch eine sehr erfolgreiche. Denn ich habe nicht nur massig leckeres Bio-Gemüse geerntet, sondern konnte auch mein Wissen über die Vielfalt der Natur und ihre Nutzung im urbanen Lebensraum entsprechend erweitern. Und habe obendrein eine Menge Saatgut gesammelt, das nächstes Jahr in unserem eigenen Garten zur Anwendung kommen wird. Ein weiterer Traum der in Erfüllung geht.

Zweieinhalb Jahre hatte ich nun jegliche Narrenfreiheit. Musste auf niemanden Rücksicht nehmen. Konnte Dank guter Dämmung bis spät in die Nacht lautstark Musik hören. Und bis vier Uhr morgens im Bett Beiträge schreiben und dabei das Licht eingeschaltet lassen. Durfte das frisch gewaschene Geschirr zwei Tage im Geschirrspüler lassen wenn ich keine Lust hatte, ihn auszuräumen. Oder den Wäscheständer eine Woche lang nicht abräumen. Durfte regelmäßig nach dem putzen, das zweite Waschbecken im Bad als Ablagefläche für den ausgewaschenen Staubsaugerbehälter nutzen und auch den Papierkorb ohne schlechtem Gewissen einmal übergehen lassen. „Weils afoch wurscht is“, wie der Wiener voller Überzeugung so schön sagt. Und das war’s wirklich, denn es war ja mein alleiniges Territorium.

Etwas, das sich nun ab morgen ändern wird. Wenn aus dem „ich“ zum ersten Mal ein echtes „wir“ wird. Der Egoismus verabschiedet und die Zweisamkeit begrüßt wird. Die Luxuswohnung mit Balkon gegen ein gemütliches Nest mit Garten getauscht wird. Und einsames einschlafen durch gemeinsames ersetzt wird.

„Tauschgeschäfte“, die ich wahnsinnig gerne durchführe. Denn sie bedeuten keinen Verlust, sondern den allerhöchsten Gewinn. Nämlich, ein gemeinsames Leben mit dem wundervollsten Menschen an meiner Seite. 🙂

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Erntezeit oder Papa und die blauen Schweden

Erntezeit. Heute war’s soweit. Ich habe die nun vertrocknete Erdäpfelpflanze im Hochbeet meiner Eltern herausgerissen und mit bloßen Händen die Früchte ausgegraben. Und dabei wie ein kleines Kind gejauchzt wenn ich noch einen gefunden habe. Lieblingserdäpfel eben. 😀

Und dies hab ich nur einer Person zu verdanken, meinem Papa. Weil er nämlich im Herbst einen meiner geliebten „Blauen Schweden“ im Hochbeet vergessen hat. ❤

DANKE lieber Paps! Ich freu mich schon darauf wenn wir sie nächste Woche gemeinsam verspeisen. Hab noch einen schönen Urlaub! :-*

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Dankeschön :-)

Dankeschön. Den ganzen Tag hab ich durchgehalten und nicht zu heulen begonnen bei so vielen herzlichen und besonderen Verabschiedungen an meinem letzten Arbeitstag. Und jetzt, wo ich einmal mehr im abendlichen Wiener Stau stehe kommen mir plötzlich bei diesem Lied die Tränen.

Weil ich so viele liebe Kollegen zurücklassen muss. So manche nun als Freundin bzw. Freund. Auch wenn ich weiß, dass ich sie wieder sehen werde. Es schmerzt in dem Moment trotzdem.

Nachdem ich weiß, dass ein paar davon dies hier lesen werden, möchte ich es noch ein letztes Mal loswerden:

Dankeschön. DANKE für diese schönen, lehrreichen und intensiven Jahre mit euch. Ihr habt mich nicht nur einmal bewegt, gepusht und zum nachdenken angeregt. Meine Nerven beruhigt, mich getröstet und lieb gehabt. Mit Worten und mit Taten. Und damit auch einen Teil zu der Person beigetragen, die ich heute bin.

Danke meine Lieben. Ich werd euch niemals vergessen. 🙂

~

Das Lied findet man auf der offiziellen Seite der Band auf dem Album „Neuer Morgen“.

http://www.sts.cc/musik/default.aspx

Lieder schreib’n wenn du sie schreib’n kannst und net wenn du musst

Niemand nimmt die Zeit dir weg, die man braucht bei so vielen Frag’n

A ziemlich schönes Leben leben
Da kann man schon einmal Dankschön sag’n

Da kann man schon einmal Dankschön sag’n
Manche Leut’ leih’n dir ihr Ohr, and’re zieh’n in dein Herz ein

Und a paar Freund’werd’n immer, wenn du sie brauchst, für dich da sein

Kollegen, die seit dreißig Jahren sich mit dir freu’n und plag’n

Und weil man ‘s vielleicht noch nie g’sagt hat
Sollt’ man einmal Dankschön
sag’n

Sollt’ man einmal Dankschön sag’n
Laue Nächte, tausend Küsse, bis du betrunken warst davon

Meeresrauschen und die Musik, jeder Augenblick a Ton

Durch wie viele schöne Abende hat das Publikum einen getrag’n

Weil man nie weiß,wann der Abschied kommt
Muss man einmal Dankschön sag’n

Muss man einmal Dankschön sag’n

(Quelle: http://www.sts.cc/texte/text.aspx?176)

Durchgearbeitet oder song of the day: The Beach Boys – Wouldn’t It Be Nice

Durchgearbeitet. Seit dem 26. Mai habe ich nun jeden Tag von in der Früh bis am Abend gearbeitet. 24 Tage, durchgehend ohne einen einzigen Tag Pause. Freitag bis Montag in Kärnten auf der Alm, Dienstag bis Donnerstag in Wien. Dann ging’s wieder hinunter. Nur ein paar Mal hatte ich in diesen Tagen 2-3h nur für mich.

Heute, an meinem ersten freien Tag (den ich damit verbracht habe, im Schneckentempo meine Wohnung zu putzen) merke ich, wie unglaublich müde und erledigt ich bin. Obwohl ich das erste Mal seit Wochen wieder mehr als 5-6h geschlafen habe und die Zeit trotz der Doppelbelastung wirklich eine coole war. Ich freue mich dennoch schon sehr auf zwei freie Tage ohne „to do’s“, ohne Termine, ohne Verpflichtungen und ohne reden zu „müssen“. Zwei Tage, in denen ich nur „sein“ darf. Auch wenns mir zugleich Leid tut, dass meine Freundinnen nun vermutlich ohne mich ins „Mädelswochenende“ starten müssen. Ich kann grad einfach nicht mehr und brauch dringend eine Auszeit. In der ich hoffentlich auch die nötige Energie bekomme, um den ersten Almbericht zu verfassen und die ersten Fotos zu bearbeiten.

Mal sehen wie’s mir morgen geht. Vielleicht ändere ich ja meine Meinung noch und fahre doch mit. Und heute Abend… Ich glaub, ich geh bald wieder schlafen… Aber Mädels, der Song hier, der ist mal für euch. Weil er mich an unsere gemeinsame Schulzeit erinnert hat. Drück euch ganz fest! :-*

Wouldn’t it be nice if we were older
Then we wouldn’t have to wait so long
And wouldn’t it be nice to live together
In the kind of world where we belong

You know its gonna make it that much better
When we can say goodnight and stay together

Wouldn’t it be nice if we could wake up
In the morning when the d
ay is new
And after having spent the day together
Hold each other close the whole night through

Happy times together we’ve been spending
I wish that every kiss was neverending
Wouldn’t it be nice

Maybe if we think and wish and hope and pray it might come true
Baby then there wouldn’t be a single thing we couldn’t do
We could be married

And then we’d be happy

Wouldn’t it be nice

You know it seems the more we talk about it
It only makes it worse to live without it
But lets talk about it
Wouldn’t it be nice

Good night my baby
Sleep tight my baby

(Quelle: http://www.azlyrics.com/lyrics/beachboys/wouldntitbenice.html)

Lebenszeichen oder der Tag hat eindeutig zu wenig Stunden

Lebenszeichen. An alle die sich fragen ob ich untergetaucht bin, oder doch von Außerirdischen in fremde Galaxien entführt wurde, die meine Verletzung am Fuß als so ultra spannend erachteten, dass sie mich glatt zum Nonplusultra Forschungsobjekt deklarierten: Leider nein, ich muss euch enttäuschen. Ich befinde mich immer noch halb verletzt am Planeten Erde.

Allerdings bin ich nach dem langen Krankenstand und einem Haufen gesetzlicher Fristen plus Jobprojekt Nr 2 so randvoll mit Arbeit, dass ich entweder jeden Tag so hundemüde heimkomme, dass ich nichts elektronisches mehr angreifen möchte (ja die Nachteule fällt mittlerweile nicht nur an einem Samstag Abend völlig geschlaucht um zehn ins Bett), bzw. sogar von zuhause arbeite um den Fuß entsprechend zu schonen sowie 2h Fahrtzeit einzusparen, um die Zeit zum arbeiten entsprechend nutzen zu können. Und das bissi was noch übrig bleibt verteilt sich auf Vorlesungen, Freunde, Familie, Haushalt, lernen, Arztbesuche und Reha-Programm. Auch am Wochenende.

Ich würd gerne sagen: das ändert sich wieder, versprochen, doch leider kann ichs diesmal wirklich nicht versprechen, denn das Ende der beruflichen Doppelbelastung ist vorerst nicht in Sicht. Da muss ich noch ein paar Monate durch oder im Lotto gewinnen. Und um das körperlich durchzustehen gibt es nur eine Lösung: diesen neuen, vor-Mitternacht-einschlafen-Schlafrhythmus beibehalten.

Nicht förderlich meinen Blog und mein Umfeld – ich geb’s offen zu, ich habe sogar den ersten Blog Geburtstag sowie sämtliche andere „Deadlines“ hier verschwitzt. 😦  Was mir wahnsinnig leid tut, weil ich mich immer wieder aufs Neue freue, wenn irgendwer mit meinem Gedankenwirrwarr bzw den Fotos etwas anfangen kann. Zumal ich damals, wie ich den Blog gestartet habe nicht einmal im entferntesten erwartet oder erhofft habe, dass den „fremde“ Menschen je regelmäßig lesen würden! Die Hintergrundgedanken warum ich einst den Blog gestartet habe, waren nämlich ganz andere (und das ist ebenfalls eine andere Geschichte).

Also wow, und DANKE an all meine Leserinnen und Leser! Ihr seht mich mit einem riesigen schlechten Gewissen zwecks der unentschuldbaren Vernachlässigungen und ziemlich müde, aber dennoch hocherfreut über so viele Follower im Bett liegen und die paar Zeilen schreiben. Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht allzu übel dass ich momentan so wenig Zeit habe für euch, doch ich musste leider wirklich dringend der Gesundheit Vorrang geben und mein tägliches Schlafpensum von 4-5h auf 6-8h erhöhen. Denn noch so ein halbes Jahr mit tagtäglich so wenig Schlaf hält nicht einmal mein junger und abgesehen von der Sache mit dem Fuß, absolut fitter Körper durch. 

Aber ich werde mich sehr bemühen, den Anschluss nicht komplett zu verlieren. Das kann ich euch versprechen. In diesem Sinne: eine gute Nacht und einen schönen Sonntag! Genießt ihn mit euren Liebsten oder auch alleine. 🙂

Schicksalstag oder I will never forget you

“When we least expect it, life sets us a challenge to test our courage and willingness to change; at such a moment, there is no point in pretending that nothing has happened or in saying that we are not yet ready. The challenge will not wait. Life does not look back. A week is more than enough time for us to decide whether or not to accept our destiny.”
– Paulo Coelho, The Devil and Miss Prym

Decisions. Ich hätte die Zeit in meinem zweiwöchigen Krankenstand, für vieles nutzen können. Ich hätte im liegen lernen können. Mir zahlreiche Vorlesungsaufzeichnungen ansehen können. Ich hätte endlich all jene Bücher lesen können, die sich seit Ewigkeiten in meinem Bücherregal auf der „ungelesen“ Seite stapeln. Ich hätte auch die ganze Zeit mit fernsehen oder DVD schauen verbringen können. Oder im Internet auf die Suche nach neuer Musik gehen können. Oder meine Freunde bitten, dass sie mich besuchen kommen.

Doch ich habe kaum etwas davon getan. Stattdessen habe ich etwas anderes, für mich sehr wichtiges gemacht. Ich habe mich um mein Seelenwohl gekümmert.

Vor ca 2 Monaten sind mir eines morgens im Badezimmer zwei Sätze durch den Kopf geschossen, die ich zwar gleich notiert habe, tiefer damit befasst habe ich mich allerdings nicht.

„Man kann Gefühle negieren. Man kann sie auch verdrängen oder unterdrücken.
Man kann sie aber auch einfach zulassen, zu ihnen stehen und das Beste daraus machen, indem man sich mit ihnen auseinandersetzt und sie verarbeitet.“

Und genau das habe ich diesmal getan. Weil ich es endlich konnte. Ich habe alles zugelassen, was hochkommen wollte. Mich mit allem beschäftigt, was noch offen war. Egal aus welchem Jahr, oder aus welchem Lebensabschnitt.

Etwas, das ich in dem Ausmaß schon viel zu lange nicht getan habe, weil mir die Ruhe, die Zeit oder die Energie gefehlt hat. Die ich diesmal hatte. Weil ich das erste Mal seit Monaten wieder komplett mit mir im reinen bin. Keine Leere mehr in mir habe, sondern mich wieder so richtig spüre. Stolz bin auf die Entscheidungen, die ich in den vergangenen Wochen getroffen habe. Und dankbar für all die Erfahrungen.

Was ich nicht zuletzt Bochum und den Menschen, mit denen ich dort unterwegs war, zu verdanken habe. Unglaublich liebe Menschen, die sehr viel in mir bewegt und wachgerüttelt haben. 🙂

Ich glaube ja an Schicksal. Und daran, dass alles im Leben irgendeinen Sinn ergibt. Für irgendetwas gut ist. Auch wenn man nicht gleich weiß wofür.
Manch einer würde vielleicht sagen: „Dumm gelaufen. Der Sturz ist dir sicher passiert, weil du nicht gscheit aufgepasst hast“. Ich sage: „Ja, ich habe womöglich nicht gscheit aufgepasst, doch der Sturz passierte mir nicht an „irgendeiner“ Stelle.“

Denn er passierte genau in dem Moment, wo ich einen Schritt hinunter gehen wollte und zugleich nach links blickte. Um mir diesen Anker an der Wand noch einmal anzusehen, der mich bereits beim Hinaufgehen so fasziniert hatte. Denn ich liebe diese Dinger einfach. Seit ich denken kann. Und mittlerweile glaube ich sogar zu wissen warum (aber das ist eine andere Geschichte). Also vielleicht wollten mir der Anker und der Sturz genau das sagen:

„Schau endlich wieder auf dich. Auf dein Herz und deine Seele. Denn sie sind dein Anker.“

Ja, ich habe zwar vieles in den vergangenen Wochen geklärt, meine eigenen Gefühle aber großteils weiterhin verdrängt und negiert. Bis zu diesem einen Tag.

Alles begann damit, dass ich irgendwann mit den Krücken vor meinem Bücherregal stand und dieses schöne graue Notizbuch entdeckte, das mir eine liebe Freundin zu einem Geburtstag geschenkt hatte. Das ich mir für besondere Texte aufgehoben hatte. Und da ich eine Pause vom vielen herumliegen brauchte, klemmte ich es unter den linken Arm, humpelte ins Schlafzimmer, kramte aus der großen weißen Holztruhe das Kalligraphiefederset hervor, klemmte dies unter den rechten Arm und humpelte damit zum Küchentisch. Und dann begann ich, sämtliche Texte, die ich unter „thoughts & memories“ veröffentlicht hatte, fein säuberlich in dieses Notizbuch zu übertragen. Etwas, das ich schon sehr lange tun wollte und wofür mir ebenfalls die Zeit und die innerliche Ruhe gefehlt haben.

Als ich mir die Texte am iPad noch einmal durchlas bemerkte ich schon, wie sich etwas in mir veränderte. Dass ich mich unweigerlich wieder mit den Texten auseinandersetzte. Weil sie mich erinnerten. Wie Lieder es sonst oft tun. Was klar war, denn es waren ja auch meine Worte. Doch die Tränen kamen mir erst in dem Moment als ich begann, diesen Text abzuschreiben:

„Carry Your Smile (Always With You)“

Ein Text, an dem ich fast ein Jahr lang geschrieben habe. Aber nicht weil die englische Sprache für mich eine große Barriere darstellt, im Gegenteil. Gelegentlich fällt es mir sogar leichter in dieser Sprache zu sprechen als in meiner eigenen Muttersprache.

Ich habe deswegen so lange daran geschrieben, weil er mir so unglaublich viel bedeutet. Weil ich über jedes Wort gefühlte hundert Mal nachgedacht habe. Sie zerlegt habe, in ihre einzelnen Buchstaben. Um sie so lange entsprechend anzuordnen, bis ich endlich mit der Aussage zufrieden war. Und das nur, weil mir die Worte so sehr am Herzen liegen wie der Mensch, um den es in diesem Text geht. Der Ende 2013, in ein paar Tagen mehr in mir ausgelöst und bewegt hat, als so mancher Mann über Jahre zuvor. Der mein Seelenverwandter ist. Vielleicht sogar die Liebe meines Lebens? Eine Frage, die ich wohl erst am Ende mit Sicherheit beantworten kann.

Ich habe versucht, ihn mit diesem Text Stück für Stück loszulassen, da er zum damaligen Zeitpunkt mit einer anderen Frau sehr glücklich war und es vermutlich immer noch ist. Und so sehr ich mich auch für ihn gefreut habe, der Schmerz, dass sie es an meiner Stelle ist, war auch nach über einem Jahr immer noch zu groß. Weswegen ich mich damit in der Nacht vor meinem Geburtstag mehr oder weniger von ihm „verabschiedet“ und ihn aus meinem Leben „verbannt“ habe.

Weil ich einen Schlussstrich ziehen wollte und mit dem Beginn des neuen Lebensjahres, auch auf einen Neubeginn hoffte. Hoffte, dass es für mich damit endgültig getan sein würde. Dass dann nicht nur die Bilder und die Erinnerungen in meinem Kopf verschwinden würden, sondern auch meine Gefühle für ihn.

Doch ich hätte es wissen müssen. Dass alles eines Tages noch einmal hochkommen würde, da ich unsere Geschichte trotz dieses Textes nie zur Gänze verarbeitet habe. Ihn auch damit nicht komplett gehen lassen konnte. Vielleicht weil für mich noch zu viele Fragen offen sind. Die vielleicht völlig naiv und absurd klingen, wenn man uns und unsere Geschichte nicht kennt. Die für mich jedoch trotzdem von sehr hoher Bedeutung sind.

„- Wieso will das Schicksal, dass sich zwei Menschen kennenlernen, die sich in ihrem Denken, in ihren Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen, in ihren Hobbys, in ihrem Tun und Handeln, so unfassbar ähnlich sind… die sich sogar ohne Absprache dasselbe Bett kaufen, um ein Beispiel zu nennen… wieso führt das Schicksal solche Menschen zusammen, wenn sie dann doch nicht zusammenkommen? Wo liegt darin der Sinn?
– Warum waren es wirklich nur 99% und nicht 100%?
– Gibt es überhaupt 100%? Besteht nicht immer ein Restrisiko? Dass es trotz 100% womöglich nicht dauerhaft funktioniert? 
– Sind nicht die 1% Unterschied vielleicht sogar die 1%, warum es funktionieren könnte?
– Weil 99% eben nicht 100% sind, wir alle keine Götter sind und niemand perfekt ist? Und das nicht-perfekte in Wahrheit vielleicht sogar perfekt ist?

– Waren seine Gefühle für mich damals wirklich nicht groß genug, oder fehlte ihm womöglich einfach nur der Mut?
– Oder war es in vielerlei Hinsicht einfach nur der denkbar schlechteste Zeitpunkt? Mein Pech, dass ich zu einem Zeitpunkt in sein Leben getreten bin, wo er noch zu viel Chaos um sich hatte? Obwohl er es ja war, der den Anstoß zu allem gab?
– War er vielleicht damals einfach noch nicht bereit? Warum aber dann für eine Andere?
– Oder war es vielleicht sogar mein Glück dass es damals nicht funktioniert hat, weil es ebenfalls nicht von Dauer gewesen wäre? Weil wir uns in Wahrheit erst beide selbst wiederfinden mussten?
– Weil wir vielleicht doch für einander bestimmt sind, sofern es so etwas gibt? Nur einfach nicht momentan?
– Oder hat es einfach nicht sein sollen, weil ich eines Tages jemanden kennenlernen werde, dem ich noch viel näher sein werde? Der mich noch mehr berühren wird?“

Fragen, auf die ich vermutlich nie eine Antwort bekommen werde. Die mir hoffentlich eines Tages auch nicht mehr wichtig sein werden. So wie vielleicht er. Denn er hätte das Blatt zu jeder Zeit wenden können.

Ich könnte jetzt einen neuerlichen Versuch wagen und es einfach gut sein lassen. Versuchen, ihn zu vergessen und die ganze Sache abhaken. Weil ich die Situation zwischen uns nicht ändern kann. Das kann nur er oder das Schicksal.

Doch ich kann meine Situation ändern, indem ich zu meinen Gefühlen stehe, sie diesmal nicht negiere und verdränge, sondern mich mit ihnen auseinandersetze und damit hoffentlich verarbeite.

Ich weiß noch nicht wohin mich all dies hier führen wird. Vielleicht zu neuen Orten, neuen Abenteuern, neuen Fotos, neuen Menschen, neuen Gefühlen, neuen Texten oder zu neuen Liedern. Vielleicht zu allem. Vielleicht auch zu nichts davon.

Doch ich weiß eines mit Sicherheit: Es ist wie auf dem Beitragsbild, das ich an jenem Tag in Bochum gemacht habe, als mir der Sturz passiert ist. Meine Liebe und die Erinnerungen werden im Laufe der Zeit immer mehr verblassen, doch ganz vergessen werd’ ich diesen einen besonderen Menschen wohl nie.

„Don’t look back in anger“ oder „woanders is auch scheisse“ ;-)

Don’t look back in anger. Eigentlich müsste ich ultra gepisst sein wegen der Sache mit dem dreifachen Bändereinriss bei meinem rechten Sprunggelenk und der Tatsache, dass ich mir mal auf unbestimmte Zeit laufen, radfahren, snowboarden und dergleichen abschminken kann. Was für mich als Sportfreak ja so ziemlich die Hölle bedeutet.

War ich doch vor Bochum in sportlicher Hinsicht so fit wie noch nie in meinem Leben. So toll wars grad und dann plötzlich dieser eine Moment der Unachtsamkeit und schwups, hatte es mir wieder einmal den Boden unter den Füßen weggezogen. Woraufhin ich mich unter Schmerzen zwar noch eineinhalb Tage ganz gut auf den Beinen hielt, direkt nach der Ankunft am Flughafen aber dann doch ins Krankenhaus fuhr.

Und eigentlich müsste ich auch schon komplett die Krise haben, weil ich meine Wohnung seit 5 Tagen nicht verlassen habe. Und mich eingesperrt fühlen. Wie dies bei Krankheit sonst immer der Fall ist. Aber irgendwie ist’s diesmal anders. Denn auch wenn’s mich noch so sehr wurmt dass ich in nächster Zeit keinen Sport machen kann und darf, und infolge dessen wieder mehr oder weniger bei Null anfangen muss – ich seh‘ das Ganze diesmal irgendwie völlig entspannt, nehm’s mit Humor und verschlaf’ zur Abwechslung mal den halben Tag. Weil, ich soll ja ohnehin Ruhe geben und brav den Fuß hochlagern. Der Körper braucht’s offensichtlich auch und Trübsal blasen bringt mich sowieso nicht weiter. Dann lieber mal mit gutem Gewissen faul sein. Und abgesehen von den Krücken geht’s mir ja auch nicht so schlecht. Okay, ich hab‘ zwar seit heute wieder starke Schmerzen und weiß nicht warum, aber ganz ehrlich? „Woanders is auch scheisse.“ 😀

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Sagt auch der Magnet, den ich mir schmunzelnd im Ruhr-Museum in Essen gekauft habe und der nun an der Wand über dem Herd in der Küche prangt. Weil ja, ich brauchte nach der Aktion einfach eine fette Ladung Humor und das Ding hat, neben den super Zeit in Bochum, mit ganz lieben und wunderbaren Menschen die mich mit ihrer herzlichen Art toll von den Schmerzen abgelenkt haben, meinen Humor endgültig gerettet. Und so oft wie ich obendrein schon im Stau gestanden bin… 😀

Am Weg ins Bett hat mir iTunes vorhin dieses Lied von Oasis ausgespuckt und mir trotz der Schmerzen ein richtig breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. Denn es hat mir die „wer weiß wofür die Umknöchel-Aktion gut war?“ Frage beantwortet: ich kann zwar in den nächsten Monaten vielleicht nicht laufen gehen und auch nicht radfahren, mich aber dafür ohne Gewissens- und Entscheidungskonflikte bei gemütlichen Spaziergängen mit meiner D7100 austoben. 🙂

Fazit: really no need to look back in anger. 😉

 

Slip inside the eye of your mind
Don’t you know you might find
A better place to play
You said that you’d never been
All the things that you’ve seen
Will slowly fade away

So I’ll start the revolution from my bed
Cos you said the brains I had went to my head
Step outside ‚coz summertime’s in bloom
Stand up beside the fireplace
Take that look from off your face
You ain’t ever gonna burn my heart out

So Sally can wait, she knows it’s too late as we’re walking on by
Her soul slides away, „But don’t look back in anger“, I heard you say

Take me to the place where you go
Where nobody knows if it’s night or day
Please don’t put your life in the hands
Of a Rock n Roll band
Who’ll throw it all away

Gonna start the revolution from my bed
‚Coz you said the brains I had went to my head
Step outside ‚coz summertime’s in bloom
Stand up beside the fireplace, take that look from off your face
‚Coz you ain’t ever gonna burn my heart out

So Sally can wait
She knows it’s too late as she’s walking on by
My soul slides away
„But don’t look back in anger“, I heard you say

So Sally can wait
She knows it’s too late as we’re walking on by
Her soul slides away
„But don’t look back in anger“, I heard you say

So Sally can wait
She knows it’s too late as she’s walking on by
My soul slides away
„But don’t look back in anger, don’t look back in anger“
I heard you say, „at least not today“

(Quelle: http://www.azlyrics.com/lyrics/oasis/dontlookbackinanger.html)