Song of the night: Broilers – Meine Sache

Meine Sache. Es ist wieder einmal kurz vor 3:00 und ich sollte seit ca. 3h schlafen. Denn eigentlich möchte ich ja früh aufstehen und endlich mal am Vormittag trainieren gehen. Damit die Glücksgefühle über den Tag sukzessive abgebaut werden, und ich am frühen Abend hoffentlich so hundemüde bin, dass ich mal wieder zeitig schlafen gehe. Mein Schlafrhythmus ist nämlich seit Silvester wieder komplett im Eimer.

Stocknüchtern habe ich mit meinen Freunden die ganze Silvesternacht durchgefeiert. Hatte keine Lust auf Alkohol. Dafür wie immer den größten Spaß mit der Partie und bin irgendwann völlig überdreht und komplett glücklich gegen 7:00 im Bett gelegen.

Doch es wäre nicht mein Leben, wenn es bei einer „unspektakulären“ Nacht geblieben wäre. Nein. Ein Mensch und ein Lied, das ich nie von ihm erwartet hätte, hat in dieser Silvesternacht erneut so einiges in mir durcheinander gewirbelt. Wo ich mich doch gerade wieder gesammelt hatte.

All das arbeitet immer noch in mir. Nicht nur weil wir beschlossen haben, gemeinsam nach Berlin zu reisen, um uns auch einmal ein Konzert in der legendären Waldbühne zu geben. Am Liebsten von unseren geliebten Broilers versteht sich.

Meine Sache. Ein Lied, das mir die Welt bedeutet. Weil es mir vor Jahren geholfen hat, mit einer Sache abzuschließen. Und mich zugleich immer wieder daran erinnert. An all das, was ich damals durchgemacht habe. An all den Schmerz. Die ganze Wut. Auf ihn und vor allem auf mich. Dass ich es so weit hatte kommen lassen.

Ein Lied, das mir heute immer wieder aufs Neue ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Weil es mir zeigt, dass Zeit tatsächlich alle noch so tiefen Wunden heilt. Auch wenn die Zeit in meinem Fall 1096 Tage gedauert hat. Im Endeffekt konnte ich dann doch sowohl ihm als auch mir verzeihen. Und all die bösen Geister, die mich monatelang Nacht für Nacht in meinen Träumen aufgesucht haben, und gegen die ich so stark angekämpft habe, endgültig hinter mir lassen.

Und das wünsche ich demjenigen, der dieses Lied in der Silvesternacht gespielt hat auch. Von ganzem Herzen. Dass sich das Chaos in seinem Leben wieder legt. Dass er wieder glücklich wird. Und, dass er wieder ganz oft lächeln kann. 🙂

Ich mache einen Ritt
denn ich weiß das Land ist weiter
Ich lass‘ sie hinter mir
deine Welt und meine Geister
Wo bleibt die Erlösung
kalte Nächte, endloses Warten
was ist mit Absolution, wenn es Nacht wird im Volksgarten
(2x)

Refrain:
Meine Sache, mein Problem
ich werd nicht untergehen
Statt der weißen Fahne, werdet ihr
meinen Mittelfinger sehen!
(2x)

Was ich mit mir trage
kann ich mit niemandem teilen
nicht mit dir, mit meiner Liebe und nicht in diesen Zeilen
Ich sehe die Versuchung
hier und überall wo ich gehe
ich muss stark sein
gib mir die Kraft zum widerstehen

Refrain:
Meine Sache, mein Problem
ich werd nicht untergehen
Statt der weißen Fahne, werdet ihr
meinen Mittelfinger sehen!
(2x)

Ich brauche Niemanden
in solchen Zeiten liebt man nich
hab meine Freunde verlassen
oder verließen die mich?
Ich sollte ehrlich bleiben, wenn nur noch eines zählt
auf der Suche zu sein
besser als jeder Ort auf dieser Welt

Refrain:
Meine Sache, mein Problem
ich werd nicht untergehen
statt der weißen Fahne, werdet ihr
meinen Mittelfinger sehen!

Meine Sache, mein Problem
ich werd nicht untergehen,
und wenn du wartest,
werde ich an deiner Seite stehn!

(Quelle: http://www.magistrix.de/lyrics/Broilers/Meine-Sache-212435.html)

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6 Gedanken zu „Song of the night: Broilers – Meine Sache

  1. Ich habe es in der Silvesternacht gehört. Ich war auch stocknüchtern und habe bis 11 Uhr die Stellung gehalten. Ja, auch hier war es aufwühlend. So ist das Leben manchmal.
    (P.S.: Mit der Santa Muerte sind die Broilers gekippt meiner Meinung nach. Die Vanitas war der Höhepunkt, und das neue Album kann ich mir kaum anhören.)

    • Zufälle gibts… 🙂 hast du das Lied auch zufällig gehört oder selbst ausgewählt?
      Und ja, das Leben steckt voller Überraschungen. Positiv wie negativ. Und das finde ich auch ziemlich gut so, denn ich mag Überraschungen sowie Herausforderungen. 2014 war da wohl ganz besonders intensiv/extrem. Wie man es betrachten möchte.
      Warum es bei dir so aufwühlend war würde mich allerdings schon sehr interessieren. Ich hab zwar so eine leise Vorahnung weil ich ja doch regelmäßig deine Beiträge lese, aber fass an dieser Stelle mal den Mut und frag dich, ob dus mir vielleicht (persönlich) erzählen magst? 🙂
      Bzgl Broilers: Nach der Vanitas gekippt. Da geh ich dir absolut Recht! Aber ich muss zugeben, dass ich bei ihnen die Ausnahme mache und dies geflissentlich ausblende. Viele Bands konnte ich mir nach der Mutation zum Kommerz nicht mehr anhören (Green Day zB, da mag ich wirklich nur die alten Nummern). Warum ich das bei ihnen ausblenden kann? Große Liebe würd ich sagen. Und die macht ja gern mal blind, bzw. geht ja meist nicht so schnell vorbei und ihr verzeiht man doch auch so manche Fehler. 😉 Santa Muerte fand ich noch gut weils mir von den Texten her damals sehr in mein Leben gepasst hat. Von Noir bin ich aber ebenfalls ein wenig enttäuscht. Da hab ich mir wesentlich mehr Tiefgang und Weiterentwicklung erwartet wenn sie schon an Santa Muerte anknüpfen wollten. Wobei das Konzert in der Arena dazu von der Performance her definitiv Top war (abgesehen davon dass sie ein Lied nicht gespielt haben und dies aber bei den darauffolgenden Konzerten schon getan haben *grr*).

      • Es gab verschiedene Konflikte auf unterschiedlichen Ebenen, die sich mehr oder weniger an Silvester entluden. Ein Freund von mir ist in der Freizeit DJ mit geschätzten 30.000 CDs zuhause, daher war es nur eine Frage der Zeit, bis dieses Lied lief. 😉 Es war also sozusagen geplanter Zufall, da das einfach „unsere“ Musik ist. Ich kenne niemanden in meinem engeren Freundeskreis, der oder die auch nur einen Künstler oder eine Band aus den Mainstreamcharts der letzten 20 Jahre nennen könnte. Oder einen Song von denen erkennen könnte. Mainstream hat uns noch nie interessiert. Dorthin wollen sich die Broilers hin entwickeln, das merkte man spätestens seit der Santa Muerte. Und seit der Noir sind sie für uns uninteressant, weil zu „poppig“.
        Bei der Santa Muerte-Tour vor drei oder vier Jahren war ich um Weihnachten herum auf dem Konzert für 22 Euro. Für die aktuelle Tour wollten sie schon 35 Euro haben. Soviel bezahle ich nur in absoluten Ausnahmen, wie etwa das Toto-Konzert letztes Jahr, da habe ich auch mal 45 Euro hingelegt. Aber das ist wirklich eine Ausnahme, ich bewege mich eher in dem Spektrum bis ca. 25 Euro.

      • Wow, 30.000 CDs hätte ich auch gerne! Ich komm leider nichtmal auf 300. 😦 Und ja, ich bevorzuge auch eher die kleinen, feinen Konzerte von den eher noch unbekannten Bands. Oder zumindest in Österreich unbekannten. Son Of The Velvet Rat ist zB eine meiner absoluten Lieblingsbands, die auch ausdrücklich sagen dass sie kein Interesse am Mainstream haben. Daher auch keine Musik, die auf Mainstream Sendern wie ö3 gespielt wird. Gelegentlich mal das eine oder andere Lied auf Fm4 aber das wars dann auch schon. Ebenso Damien Rice, Wovenhand (phänomenales und bestes Konzert das ich je besucht habe. So genial dass ich nicht mal darüber schreiben konnte, weil da sogar mir die richtigen Worte gefehlt haben und ohnehin keine Worte an dieses arge Gefühl während und nach dem Konzert in mir herangekommen wären). Wobei ich ö3 zugegeben meistens in der Früh höre. Ist so eine Hass-Liebe. 😉
        Fazit: was Musik angeht befinde ich mich irgendwo zwischen „Mainstream“ und „nicht Mainstream“. Mal mehr in die eine Richtung, mal mehr in die Andere. Musik ist bei mir einfach ganz eng mit Lebenssituationen und der Gefühlslage verknüpft. Und nachdem es mir zu 90% um die Texte geht (die restlichen 10% gehören in die Kategorie Electronic+Sport aka reine Energiemusik) und die sich gelegentlich meinem Leben decken… 😉

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