Song of the day: Pink Floyd – Wish You Were Here (oder der Schlüsselmoment)

Der Schlüsselmoment. Manchmal muss man verloren gehen um sich selbst wieder zu finden. Um sich wieder öffnen zu können. Um das wieder zulassen zu können, was längst verloren geglaubt war. Oder vielleicht auch noch nie da gewesen. Auch wenn es Schmerz bereitet und zugleich Furcht sowie Panik in einem auslöst. Weil es Veränderung bedeutet. Und Mut, diese Veränderung zuzulassen.

Mut, sich seinen Gefühlen zu stellen. Denn nur wenn man ehrlich gegenüber sich selbst ist, kann man sich öffnen und wieder Gefühle zulassen. Wenn man sie verdrängt und negiert werden sie wie Geister immer wieder auftauchen und alles durcheinander wirbeln. Oder wie ein Gewitter im unpassendsten Moment über einen herein brechen. So, wie vor genau zwei Wochen.

Diese Gedanken kamen mir heute bei diesem Lied, das mir der iPod beim Lauf durch den Wald ausgespuckt hat. Ich weiß nicht wie oft ich dieses Lied in meinem Leben schon gehört habe. Es hatte definitiv noch nie so eine Wirkung wie in diesem Moment. Vielleicht lag es daran, dass ich gerade alleine in den Sonnenuntergang hinein lief. Vielleicht war es auch einfach Schicksal. Doch es löste plötzlich sämtliche Gedanken, Gefühle und Emotionen in mir, die ich seit einem Jahr verdrängt und unterdrückt hatte. Aus Angst, noch einmal in so ein Loch zu fallen wie damals vor vier Jahren. Ich ließ es heute einfach zu. Vielleicht weil es mir momentan – so seltsam das grad klingen mag – wahnsinnig gut geht. Und weil ich die Kraft und Energie habe, mich mit diesem Gefühl auseinander zu setzen. Glücklich bei dem Gedanken bin, dieses unglaubliche Gefühl in mir zu spüren. Weil es sich einfach richtig anfühlt.

Vielleicht müssen wir im Laufe unseres Lebens ein paar Schlüssel ausprobieren. Weil wir glauben und hoffen, dass sie passen. Was sie im entscheidenden Moment ja oft sogar tatsächlich tun. Um eines Tages festzustellen, dass man den richtigen Schlüssel eigentlich schon eine ganze Weile hatte. Man hat ihn nur verlegt oder anders wahrgenommen. Weil vielleicht einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt da war.
Ein Schlüssel, für den man bereit ist, fast alles zu tun. Weil es der Richtige ist.
Der Schlüssel nach Hause.

So, so you think you can tell Heaven from Hell, blue skies from pain.
Can you tell a green field from a cold steel rail?
A smile from a veil?
Do you think you can tell?

Did they get you to trade your heroes for ghosts?
Hot ashes for trees?
Hot air for a cool breeze?
Cold comfort for change?
Did you exchange a walk on part in the war for a lead role in a cage?

How I wish, how I wish you were here.
We’re just two lost souls swimming in a fish bowl, year after year,
Running over the same old ground.
What have we found?
The same old fears.
Wish you were here.
(Quelle: http://www.azlyrics.com/lyrics/pinkfloyd/wishyouwerehere.html)

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Ein Gedanke zu „Song of the day: Pink Floyd – Wish You Were Here (oder der Schlüsselmoment)

  1. schön, die metapher mit dem schlüssel! ich glaube, aus angst vor dem großen loch blockiert man manchmal traurigkeit, weil einem alles besser erscheint, als womöglich noch einmal sowas zu empfinden. irgendwann glaubt man dann, es geht einem besser und man funktioniert wieder „normal“ – inzwischen ist man das „blockieren“ aber so gewöhnt, dass man auch den guten überschwang wegblockt, weil je mehr gut man empfindet, umso tiefer kann man fallen. aber nichts ist schlimmer als gedrosseltes gefühlsempfinden… man muss diese traurigkeit einmal zulassen um sich davon wieder zu befreien, erst dann finden eines tages die freude und das schöne wieder in vollem ausmaß platz..

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