Nicht der richtige Zeitpunkt oder die fehlenden 1%?

Nachgedacht. 10 Monate habe ich nicht über dich und mich nachgedacht. Was aus uns hätte werden können wenn du sie nicht getroffen hättest. Und dann war er heute Nachmittag plötzlich da. Der Moment, wo aus heiterem Himmel eine Frage in meinem Kopf aufgetaucht ist, die mich umgeschmissen und mir regelrecht den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Ich hatte in diesem Moment keine Lust und auch keine Energie diese Frage niederzuschreiben. Wusste, dass es zu lange dauern würde all die Gedanken entsprechend zu ordnen. Stattdessen habe ich instinktiv nach meinem Handy gegriffen und einfach drauf losgesprochen, um die Gedanken schnellstmöglich wieder loszuwerden. Weil sie mich sonst innerlich aufgefressen hätten.

Ich konnte dir vorhin am Telefon nicht sagen dass es um dich ging. Tut mir leid. Vielleicht hast du es ja trotzdem gemerkt. Würde mich gar nicht verwundern. Ich konnte es dir nicht sagen, weil ich zuerst so perplex über deinen Anruf war. Und dann, weil ich wusste dass ich es nie so wiedergeben würde können, wie ich es aufgenommen hatte. Und wer wenn nicht du kennt am Besten den Unterschied zwischen Worten auf dem Papier, einer Aufnahme und einer Liveversion. 😉

Ich weiß nicht ob du dies je lesen wirst. Wenn du die Zeit hast und nicht lauter andere Beiträge von mir dazwischen kommen und dieser darin untergeht, vielleicht ja. Ich könnte dir auch das Sprachmemo mailen. Es wäre so einfach, weil ich dir 99% davon vorhin trotzdem gesagt habe. Weil sich’s im Laufe des Gesprächs so ergeben hat (ob du das wohl mitbekommen hast?). Doch mir fehlt wieder einmal der Mut, dir die 100% von mir zu zeigen. Weil du momentan so glücklich bist mit deiner neuen Liebe. Und es daher für mich so wenig Sinn ergibt. Weil du es vermutlich ohnehin grad nicht „annehmen“ könntest und ich euer Glück nicht zerstören möchte (Mensch mit zu großem Herzen eben…). Obwohl ich ziemlich sicher bin, dass es nichts zwischen uns ändern würde.

Und doch hast du vorhin etwas gesagt, besser gesagt in den Raum gestellt, das mir erneut zu denken gegeben hat. Mich zurückversetzt hat, weil ich mir damals ganz oft immer wieder dieselbe Frage gestellt habe.

„Vielleicht war’s einfach nicht der richtige Zeitpunkt für uns. Wenn ich dich heute nochmal kennenlernen würde…“

Weil wir beide noch zu viel Chaos in unserem Leben hatten. Zu viel im Umbruch war. Vor allem bei dir. Und weil ich noch zu unzufrieden mit mir selbst war. Zu sehr auf der Suche. Nach meiner Zukunft usw. Wir beide zu wenig „gesettelt“ waren. Vielleicht hat’s damals einfach nicht sein sollen…

Am Morgen nach unserer zweiten Nacht bin ich jedenfalls auf dieses Lied gestoßen, das mir damals aus der Seele gesprochen hat. Auch das habe ich mich nie getraut dir zu zeigen. Doch es ist für mich das Lied, das mich ewig an dich und diese unglaubliche Nacht mit dir erinnern wird.
Zumindest dafür bin ich heute mutig genug. Vielleicht kann ich dir eines Tages auch das Sprachmemo geben. Denn vielleicht bin ich eines Tages auch bereit dir nicht nur 99%, sondern 100% zu zeigen.

(*Das Original stammt eigentlich von den Eurythmics)


Underneath your dreamlit eyes
Shades of sleep have driven you away.
The moon is pale outside
And you are far from here.
Breathing shifts your careless head
Untroubled by the chaos of our lives.
Another day – another night
Has taken you again my dear.
And you know that I’m gonna be the one
Who’ll be there
When you need someone to depend upon
When tomorrow comes…
When tomorrow comes…

Wait till tomorrow comes – yea yea…
Wait till tomorrow comes – yea yea…

Last night while you were
Lying in my arms
And I was wondering where you were
You know you looked just like a baby
Fast asleep in this dangerous world.
Every star was shining brightly
Just like a million years before.
And we were feeling very small
Underneath the universe.
And you know that I’m gonna be the one
Who’ll be there when you need
Someone to depend upon
When tomorrow comes…
When tomorrow comes…

(Quelle: http://www.azlyrics.com/lyrics/eurythmics/whentomorrowcomes.html)

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