Hamsterbackendasein oder „stronger“

Weisheitszähne. Nachdem mir gestern gleich zwei der besagten Objekte auf der rechten Seite entfernt wurden, friste ich nun ein schmerzvolles Hamsterbackendasein auf meiner Couch. Esse mehr lutschend als kauend kalte Wassermelone, trinke Wasser via Strohhalm, lass mich von der Musik auf gotv berieseln und fühle mich obendrein ziemlich heldinnenhaft, weil ich meine panische Angst vorm Zahnarzt überwunden und eine lang vor mir hergeschobene Baustelle in Angriff genommen habe.

Nach der OP wurde ich von Mama für eine Nacht ins Hotel Family verfrachtet („sicher ist sicher“), habe mit ihr Ratatouille gekocht (und anschließend 45 Minuten zum Essen einer kleinen Portion gebraucht, da maximale Taubheit bis in die Lippen mich erfolgreich daran hinderte), und wurde herzallerliebst von sämtlichen Familienmitgliedern betütelt.

Rückblickend betrachtet muss ich gestehen, dass es bei weitem nicht so schlimm war wie ichs mir vorgestellt habe. Die Spritzen nicht gespürt, und das Herumschnipseln, Herausziehen und Nähen sowieso nicht.
(Anmerkung: vor Spritzen hatte ich noch nie Angst, sondern nur nie genug Vertrauen in sie gehabt. Gepaart mit der Tatsache, dass da in meinem Mund herumgefummelt wird und mir quasi die Hände gebunden sind. Schwerer Fall von traumatischem Erlebnis als Kind beim Zahnarzt, weswegen ich meine Beißerchen maximalst hege und pflege um sie und mich vor einem Besuch bei besagtem zu bewahren 😉 ).

Vielleicht lags wirklich am Mond der laut Mondkalender für Operationen günstig stand. Vielleicht hatte das Universum aber auch Mitleid mit mir, weil ich von sämtlichen Leuten in meinem Umfeld so viele negative Berichte rund um das Thema Weisheitszähne gehört hatte, die meine Angst nur noch verstärkten. Vielleicht lags aber auch daran, dass ich mich ganz stark mental darauf vorbereitet und zudem das Universum gebeten habe, es möge mir zusätzlichen Wahnsinn ersparen, da ich in letzter Zeit wirklich genug davon hatte.

Ich weiß zwar noch nicht ob ich meine Angst vorm Zahnarzt damit endgültig überwunden habe, doch wenn ich an Teil 2 denke der im Herbst ansteht, bin ich innerlich mindestens so gechillt wie meine Wassermelone und das CoolPack auf meiner Backe. 😉

Oder um Kanye West zu zitieren:
„Na-na-na that that don’t kill me
Can only make me stronger
I need you to hurry up now
‚Cause I can’t wait much longer“

(Quelle: http://www.azlyrics.com/lyrics/kanyewest/stronger.html)

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One day oder warum es sich lohnt, öfter in den Postkasten zu schauen

Galerie

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One day is today. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Überraschungen über alles liebe? Und eine ganz wunderbare Freundin habe, die mir immer wieder in den richtigen Momenten solche bereitet? Nämlich dann, wenn ichs am wenigsten erwarte? Vorhin habe … Weiterlesen

Song of the night: Avicii – Wake Me Up (oder warum grad alles Baustelle ist)

Baustelle. Mein Leben ist grad eine einzige Baustelle. Beruflich, gesundheitlich und privat. Egal wo ich hinsehe, irgendwie ist überall Chaos. Und irgendwie auch nicht.

Ich könnts jetzt wieder einmal der Zeit in die Schuhe schieben, die mir grad schier endlos durch die Finger rinnt. Oder der Jahreszeit, die mich in meiner Freizeit permanent dazu verleitet, Zeit draußen zu verbringen. Wodurch sich in den letzten Monaten eine Menge Eindrücke und Erlebnisse angehäuft haben, die ich eigentlich gerne niederschreiben möchte um sie festzuhalten. Die aber alle warten müssen.

Ich könnts aber auch meinem sportlichen Wahn in die Schuhe schieben, der mich in den letzten Wochen Berge besteigen ließ, die es auch wieder abzusteigen galt. Was zu einem kaputten rechten Knie führte, weswegen ich jetzt grad keinen Sport machen kann. Was mich furchtbar frustriert und obendrein ganz stark nach Déjà-vu riecht. Hatte ich doch eine ähnliche Situation ziemlich genau vor einem Jahr.

Ich könnte aber natürlich auch das Universum für den ganzen Wahnsinn verantwortlich machen. Für die Blattläuse auf meinem Biodiversitätsprojekt, das seit Wochen freudig und prächtig auf meinem Balkon vor sich hin wächst und von dem ich schon längst ausführlich berichten wollte. Doch auch dafür fehlt mir die Zeit. Weil zB den ganzen Donnerstag damit verbracht, Frau über den Blattlauswahnsinn zu werden. Der letztendlich entstanden ist, weil ich das Projekt vernachlässigt habe (was dem Gedeihen zum Glück egal war, denn es floriert noch prächtiger als letztes Jahr). Weil zu wenig zuhause gewesen und sie infolge dessen nicht rechtzeitig bemerkt. Also quasi selbst schuld.

Und ich könnte natürlich meinem Job die Schuld geben, warum ich seit einem Jahr mit meinem Studium kaum weiter komme, was mich immer mehr frustriert. Blöd nur, dass sich meine Wohnung und mein Leben nicht von selbst finanzieren, ich ergo auf (m)einen Job angewiesen bin, weil leider noch nicht im Lotto gewonnen. Und ich zwar zwei grüne Daumen besitze, diese fürs große Geld leider trotzdem noch nicht gereicht haben (aber ich arbeite daran mein Hobby zum Beruf zu machen. Und nein, es ist nix illegales).

Ich könnte aber auch einfach die Schuld bei mir selbst suchen. Zum Beispiel die Tatsache aus dem hintersten Eck hervorkramen, dass ich immer 7 Sachen auf einmal machen möchte und alle mit Leib und Seele. Immer 100% geben will. Egal was ich anpacke. Und ich könnt mir zur Abwechslung auch einmal ehrlich eingestehen, dass das einfach nicht auf Dauer funktioniert. Dass 7 Baustellen ca 4 zu viel sind. Dass ich nicht immer der Überflieger bin der ich gerne wäre. Und auch, dass ich zwar meine Freiheit über alles liebe, mir aber dennoch ab und zu einen liebevollen Mann an meiner Seite wünsche, der mich in den Arm nimmt und mir sagt, dass eh alles wieder gut wird. Der mich einfach nur festhält bis ich eingeschlafen bin und mich super findet so wie ich bin. Und umgekehrt. Der den Wahnsinn mit mir durchsteht, auch wenn ich Großteils selbst dafür verantwortlich bin. Ja, das wäre schön.

Als ich vorhin vom Public Viewing mit Freunden heimgefahren bin, hat mir der iPod auf der Autobahn ein Lied ausgespuckt, das für mich grad perfekt zu diesem Baustellen-Wahnsinn passt. Und zu meinem Wunsch: „Kann ich bitte einfach mal die Zeit vorspulen? Bis sich alles geklärt hat und der ganze Wahnsinn vorbei ist? Bis alles besser ist? Und darf ich bis dahin bitte einfach nur schlafen und ihr weckt mich dann? Geht das?“
Leider nein, also muss ich wohl auf die andere Option zurückgreifen:
Eine Baustelle nach der Anderen abarbeiten. So lange, bis es sich nicht mehr nach Chaos anfühlt. Wie war das? Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zu Besserung und der Zweite, es auch noch schriftlich festzuhalten. 😉


Feeling my way through the darkness
Guided by a beating heart
I can’t tell where the journey will end
But I know where it starts
They tell me I’m too young to understand
They say I’m caught up in a dream
Well life will pass me by if I don’t open up my eyes
Well that’s fine by me

So wake me up when it’s all over
When I’m wiser and I’m older
All this time I was finding myself
And I didn’t know I was lost

So wake me up when it’s all over
When I’m wiser and I’m older
All this time I was finding myself
And I didn’t know I was lost

I tried carrying the weight of the world
But I only have two hands
I hope I get the chance to travel the world
And I don’t have any plans
I wish that I could stay forever this young
Not afraid to close my eyes
Life’s a game made for everyone
And love is a prize

So wake me up when it’s all over
When I’m wiser and I’m older
All this time I was finding myself
And I didn’t know I was lost

So wake me up when it’s all over
When I’m wiser and I’m older
All this time I was finding myself
And I didn’t know I was lost

I didn’t know I was lost
I didn’t know I was lost
I didn’t know I was lost
I didn’t know I was lost
(Quelle: http://www.lyricsmania.com/wake_me_up_lyrics_avicii.html)

 

Alm vs Großstadtwahnsinn

Ankommen. In der Realität. Das möchte ich grad gar nicht. Denn nach 4 Tagen wandern mit Freunden bin ich gedanklich immer noch in den Bergen. Und da möchte ich bitte vorerst auch bleiben.

Einfach nur sein. In einem der kleinen Almdörfer irgendwo auf 1600m. Umringt von Berggipfeln, saftigen Wiesen, glücklichen Kühen und blökenden Schafen. Wo sich die Welt noch einen Tick langsamer dreht und das Wort Großstadt wie ein Fremdwort klingt. Wo tausend Sterne und ein lumpiger Vollmond die Nacht erleuchten und Zeit dank der Ruhe und Einsamkeit schier endlos erscheint.

Obwohl die Berge mit ihren Almen und Bergseen immer schon eine magische Anziehungskraft auf mich ausübten wurde mir erst in den letzten Tagen so richtig bewusst, dass doch ein wenig mehr Heidi in mir steckt als ich ursprünglich dachte.

Ehrlich, gestern wäre ich am liebsten für den Rest des Sommers bei der netten Frau Strobl, ihrer Golden Retriever Hündin Leica und den Kühen auf der Göriacher Alm geblieben. Trotz Plumpsklo außerhalb vom Haus und fehlender Dusche (wenn ich das richtig verstanden habe). Luxus, auf den ich mittlerweile im Bedarfsfall gerne und gut verzichten kann. Genauso wie auf perfekten Handyempfang und Internet. Wie gesagt, auf der Alm ticken die Uhren einfach anders und ich mit ihnen.

Doch das Heididasein muss leider noch eine Weile warten und ich dem Großstadtwahnsinn und meinem Job zumindest bis zum Abschluss meines Studiums treu bleiben. Obs mir passt oder nicht. Ein paar gute Seiten hat Wien ja dann doch. Zum Beispiel das Rolling Stones Konzert heute Abend, auf das ich mich schon seit Monaten freue und weswegen der ausführliche Wanderbericht neben sämtlichen anderen Blogbeiträgen noch warten muss. Und für die Stones komme ich gerne einen Abend in die Realität zurück. 😉