Überdosis Glücksgefühl :-)

Überdosis G’fühl. Ja bitte. Genau dieses Lied von STS. Hier und jetzt. Ich bin eh schon so randvoll mit Adrenalin und grins mich den ganzen Tag schon halb deppat. Also wieder einmal Schreiben. 😀

Es ist wirklich unglaublich. Wie beschissen ein Tag beginnen kann und wie er sich von einer Sekunde auf die Andere verändert. Wenn mans einfach zulässt. Und sich zum Beispiel nicht davon runterziehen lässt, wenn einem die Emil-Flasche in der Tasche ausrinnt. Der Tee sich schnurstracks quer über das dicke Notizbuch verteilt, wo eh „nur“ superwichtige Arbeitsinfos drinnen stehen. Und anschließend auf die Jeans. Ausgerechnet an einem Tag, wo eine wichtige Präsentation ansteht. Und wo man vielleicht nicht unbedingt mit einem fetten Fleck oberhalb vom Knie auftauchen sollte. :-/

Vermutlich passiert weil ich wiedermal zum Bus gerannt bin – weil wiedermal 10 Minuten zu spät dran – eh klar! Und daraufhin die Energie des heißen Tees gepaart mit Erschütterung, den sonst wirklich fest sitzenden Deckel in die Höhe gedrückt haben. Super oder? Also im Eiltempo versucht das Schlamassel zu trocknen und der Einkaufstasche aus Stoff von der Uni gleichmal eine neue Funktion verliehen.
Problem 1 also vorerst gelöst. 🙂

Problem 2: das nasse Knie. „Liebes Universum, bitte bitte kein Fleck. Es ist doch hoch qualitativer Grüntee. Der ist doch eigentlich eh nur Wasser.“ → den hoch qualitativen Tee mit Wasser zu vergleichen ist eigentlich eine drastische Abwertung. Genaugenommen eine ziemliche Frechheit. Fand zumindest der Tee und verschwand nach fleißigem Herumrubbeln am Knie und Wärmen mit der Hand wieder völlig von meiner Jeans. Und als ich in die U-Bahn umstieg war mein Grinsen wiederhergestellt. 😀

Fehlt nur noch Problem Nr. 3. Also schnell eine Sms an die Kollegin weil ja zu spät dran. So. Auch das gelöst. Danach den Mann vis a vis von mir wahrgenommen. Kein klassischer Schönling, sondern ein hübscher Mann mit einer sehr sympathischen Ausstrahlung. Also meine Aufmerksamkeit bekommen. 😉

Sehr groß, gute Statur, braune Haare und freundliche braune Augen. Hat sogar zurückgelächelt als ich ihn angegrinst habe. Ofensichtlich Wissenschaftler. Zumindest hatte er eine Konferenztasche, wo irgendwas mit „young scientists“ oben stand. Mehr konnte ich leider nicht erkennen. Aber er hat mir echt gefallen. Vielleicht sollte ich öfter diese U-Bahn nehmen, haha. 😀
Bei der Längenfeldgasse ist er dann leider in die U4 umgestiegen und ich bin immer noch grinsend weiter gefahren.

Im darauffolgenden Bus das nächste Highlight. Ein junger Mann – den Unterlagen zufolge Student – mit Dreadlocks, olivfarbener Aladinhose und: barfuss. Doch ihm war offenbar noch nicht ganz so warm, denn besagte Füße befanden sich auf der Heizung im Bus. 😀

Zum Glück nur wenig zu spät gekommen und auch die gemeinsame Reise zu den KollegInnen nach Tulln verlief problemlos. Das heutige Publikum entspannt und somit für uns ein außerordentlich gemütlicher und erfolgreicher Arbeitstag. 🙂

Nachdem mich meine Heimreise heute über Hietzing führte, fiel mir im Bus die Pure Living Bakery wieder ein. Der wollte ich ohnehin schon seit geraumer Zeit einen Besuch abstatten, weil ewig nicht dort gewesen. Ein spontaner Coffee-Stop. Yes! Also wieder aus dem Bus ausgestiegen und hinein in die Folterkammer. Standen da vor mir auf der Anrichte doch glatt diverseste Bagels, ein Apple Pie, 2 verschiedene Cheesecakes, Obstcrumbles, 2 verschiedene Chocolate Cakes, Brownies, diverseste riesen Cookies usw. Selbstverständlich alles home made und leider geil. Und leider auch grad absolut tabu für mich. Weil ja immer noch Fastenzeit und ich folglich in einem, mir selbst auferlegten, Süßigkeiten-freiem Dasein. Weil die Monate davor way too much an süßem Schrott vertilgt. Und, es warat ja auch wegen der verruchten Disziplin! Zumindest 46 Tage lang. Grrr. :-/

Mein sehnsüchtiges Seufzen ist auch der herzlichen Kellnerin nicht entgangen als ich meinen Iced Cappuccino mit Vanillesirup bestellte (das Einzige was ich mir gönne).
Also erklärte ich ihr meine Misere und versprach nach Ostern ehestmöglich wiederzukommen. Sie gratulierte mir zu meiner Tapferkeit, ich bedankte mich breitgrinsend und erklärte ihr, wie viel mir diese spontane Aktion gerade gebe. Weil ich ja sonst nie so nachhause fahre. 😀

Immer noch megamäßig grinsend, zwecks des tollen Tages und des fantastischen Kaffees, saß ich dann im Bus. Um mich herum lauter grimmig dreinblickende Menschen – außer eine alte Frau in der hintersten Reihe, die zurückgrinste.
Ehrlich, ich glaub das hat ihr ziemlich viel gegeben. Wie ich so mit meinem Iced Coffee und der Musik in den Ohren dagesessen bin und mich wie ein kleines Kind deppat gegrinst hab. Randvoll mit meiner eigenen Überdosis Glücksgefühl. 🙂 🙂 🙂

Manchesmal, da spür i so a zieh’n in der Brust und dann is Zeit
Aus heiter’m Himmel packt’s mi und dann waß i, jetzt is wieder amal soweit
Da gibt’s gar nix, da brauch i net überlegen, heut muass i mir’s wieder geben

Da führt ka Weg vorbei, alles andere is vollkommen egal
Das is ma eh net neu, plötzlich bin i dann total sentimental
Und dann waß i, was i brauch und was i will, i brauch mei Überdosis G’fühl

Dann muss i a paar alte Hadern hör’n, und muss zu de paar alten Hadern plärr’n
Rinnen muss das Schmalz und i sag, Gott erhalt’s
Schenk mir no a Viertel ein und denk, was sein muss, das muss sein

Mit „“Long And Winding Road““, da fang i an und bald bin i bei „“Let It Be““
Die Rührung und der Wein steigen mir in’s Hirn, jetzt is ka Zeit mehr zu verlier’n
„“Angie““ und „“If You Leave Me Now““, gleich bin i endgültig dran

So geht’s bis viertel Viere in der Fruah, bald geht die Sunn auf, i hab no net g’nua
Die Straßn menschenleer, mei Kopf verraucht und schwer
Soviel Bilder, soviel G’schichten, soviel Schmerz und soviel Herz

Jetzt is es um mi g’scheh’n, jetzt heb i ab, jetzt halt mi wirklich nix mehr auf
So is es halt im Leben, manchmal nimmt das Schicksal gnadenlos sein‘ Lauf
Und i lass mi eini ohne Maß und Ziel, gib mir mei Überdosis G’fühl

(Quelle: http://www.sts-page.com/texte/text.aspx?13)

 

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7 Gedanken zu „Überdosis Glücksgefühl :-)

  1. das lieb ich, das lied! oh ja! eins von den ganz guten!
    und gratuliere zum gewandelten tag 🙂 in der pure living bakery war ich immer noch nie 😦 sowas. aber die haben für einen 40h job in inzersdorf einfach dämliche öffnungszeiten 😦

    ich frag mich, ob sich unsere wege irgendwann schonmal ganz zufällig gekreuzt haben. in der selben ubahn vielleicht oder so. das wär doch cool. ich finds so schade, dass keine maurauder’s map gibt, bei der man sowas nachschauen kann…

    • danke 🙂

      und haha, das hab ich mich auch ganz oft schon gefragt! in derselben ubahn glaub ich nicht weil wir ja immer in die entgegengesetzte richtung fahren aber vielleicht mal irgendwo anders 😉
      oh jaaa eine Maurauder`s Map for special friends und einen Invisibility Cloak dazu bitte! btw, wollt ich eh mal wieder lesen 😉

      • naja, aber man fährt ja auch mal am wochenende wohin oder so 🙂
        ich frag mich das schon mein leben lang. deswegen steh ich so auf episodenfilme, wo sich die geschichten der betroffenen irgendwo kreuzen ^.^

        hehe – ich hör grad herr der ringe hörbuch im auto 😀 vielleicht sollt ich mir auch mal harry potter zulegen 😀

  2. Überdosis G’fühl. boah schon ewig nicht mehr gehört… STS , wie ich Steirer und mit ihrem Fürstenfeld im Gepäck habe ich damals drei Jahre Schule in Wien überlebt als Kind der Berge -lach-

    Ein wunderschöner Artikel und manchmal braucht man so etwas wie Überdosis Gfühl gaaaanz dringend, ich kenn das 😀

    • Ohh dankeschön 🙂 Ja, ich lieb´ sie auch! Ich bin Wahlsteirerin. Hab als Kind ein paar Jahre in Graz gelebt und bei ihnen muss ich (neben ein paar anderen Bands) immer an diese wunderschöne Zeit in dieser tollen Stadt denken 🙂

      • Und ich habe drei Jahre in Wien gelebt bzw. dort die Matura gemacht und zur Schule gegangen.
        Graz ist ca. 90km von mir weg. Ja eine sehr schöne Stadt stimmt.
        STS , Opus, Ambros und co das ist so die Zeit in der ich aufgewachsen bin. Lief Tag und Nacht irgendwie.
        😀 Na super, nun merke ich wie alt ich inzwischen bin wenn man so von Kindheit und Jugend erzählt

      • Ich glaub das ist der Tag. Zu derselben Erkenntnis bin ich vorhin mit einer Freundin gekommen als wir über Musik in unseren Teenagerjahren gesprochen haben 😀
        Und ich seh das so: Man ist so alt wie man sich im Herzen fühlt 🙂

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