The Rolling Stones oder „You Can’t Always Get What You Want. But Sometimes“ ;-)

The Rolling Stones. Zuerst mochte ich sie gar nicht. Nicht einmal ein bisschen. War als Teenager einfach nicht meine Musik. Und auch die Jahre danach habe ich sie lediglich beiläufig im Radio wahrgenommen.

Anfang 2012 saß ich dann mit meinem Vater im Auto. Wir waren am Heimweg von der Arbeit und ich hatte einen echten Sch***tag. Es lief so ziemlich alles schief und ich war so richtig gepisst. Wollte nicht reden, sondern einfach nur wütend aus dem Fenster starren. Und endlich meine Ruhe haben. 😀
Als wir dann am Margaretengürtel bei einer Ampel standen, spuckte sein iPod plötzlich „You Can’t Always Get What You Want“ aus. Ich sah ihn nur schief an und meinte: „Danke auch Papa. Genau das brauch ich jetzt. Ich weiß selbst dass man nicht immer alles haben kann.“
Und er:
„Kind, ich hab damit nichts zu tun. Ehrlich!“
Woraufhin ich ihm meinen „don’t-fuck-with-me-eine-Augenbraue-hoch-gezogen-Blick“ zuwarf und er mit seinem üblichen „you-sure?-Blick“ antworte. Selbstverständlich dieselbe Augenbraue hochgezogen. Unsere langjährig erprobte Vater-Tochter-Connection. 😉
Während wir also noch mit unseren speziellen Vater-Tochter-Blicken und „wer-fängt-jetzt-zuerst-zu-grinsen-an“ beschäftigt waren, sprang die Ampel natürlich auf Grün und die Autos hinter uns hupten. Woraufhin wir beide zugleich loslachen mussten. Alles war einfach nur irre komisch und schräg. Und mein Tag, der war wieder einmal gerettet. 😀

Seitdem musste ich jedes Mal beim Klang von Mick Jaggers Stimme an diesen Moment im Auto denken und wie blöd grinsen. Was dazu führte, dass ich mir ein paar Monate später, nach einem Friseurbesuch, spontan beim Libro nebenan die Kompilation „Grrr!“ kaufte. Ich wollte ihnen noch einmal eine Chance geben. Eine der besten Entscheidungen in Sachen Musik wie ich zwei Tage später feststellte. 🙂

Als ich dann letztes Jahr zum Geburtstag von meiner lieben Freundin J. das Buch „I’m with the Band: Confessions of a Groupie“ von Pamela Des Barres geschenkt bekam, tat mein Herz erneut einen Hüpfer. Die gute Frau beschreibt in dieser Autobiographie ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, in feinstem, kalifornischen LA Slang ihr Leben mit Bands der 60er u 70er Jahre und ihre Liebe zu den Beatles und Mick Jagger. Ein Buch über Sex, Drugs & Rock Music. Ein krasser Gegensatz zu meiner sonst eher üblichen brain-out-Chick-Lit-Literatur. 😉
Und ich erinnere mich noch gut daran, wie ich vor zwei Monaten am Küchentisch gesessen bin. Maximalst geölt, ja fast schon stoned angesichts ihrer bewegenden Worte. Breit gegrinst und zugleich geheult hab, als ich das Buch beiseite legte. Selig und glücklich war ich. Bis zum abwinken. Und zugleich voll mit Ehrfurcht und Traurigkeit darüber, dass das Buch nun zu Ende war. Und nachdem ich die Monate davor ja fleißig die Stones gehört hatte, wünschte ich mir danach nur eines: The Rolling Stones live sehen. Mick Jagger’s Stimme live hören und sehen, ob er trotz seines Alters immer noch so viel zu bieten hat. Ob er besser ist als im Studio und mit seinen Songs live auch so viel in mir auslösen kann (und nein, ich bin kein Groupie).
Ja, seit dem Ende dieses Buches sind die Stones endgültig fixer Bestandteil meines Lebens. 😀

Als ich dann letzte Woche via Radio von dem Konzert erfuhr, musste ich meinem Vater als alten Stones Fan natürlich umgehend Bericht erstatten. Dieser war sofort von der Idee begeistert und ich versprach mich um die Karten zu kümmern. Was sich heute Früh wieder als absolute Odyssee erwies. Hibbelig und kribbelig saß ich eine halbe Stunde früher als üblich in der U-Bahn. Damit ich ja rechtzeitig im Büro ankomme, wenn der Kartenvorverkauf beginnt. Und es ging sich gerade noch rechtzeitig aus.
Um 08:58 startete ich den Computer. Pünktlich zum Kartenverkauf um 09:00 waren die Server bereits völlig überlastet. „Ohgottohgottohgott“ dachte ich nur. Um 09:05 lagen meine Nerven endgültig blank. Stand da doch glatt: „das gewünschte Kontingent ist derzeit nicht verfügbar.“ Daraufhin habe ich innerlich die günstigsten Stehplatztickets um €98,- wehmütig verabschiedet. Und verzweifelt meinen Vater angerufen. Was tun? Sitzplatz Kategorie C zum selben Preis kam für mich nicht in Frage. Sitzplatz Kategorie B kostete schon €148,30. „Ja sind die denn wahnsinnig?!“ die Worte meines Vaters. Ich war nur noch ein kleines Häufchen Elend. Tschüss Stones. Das wars dann.
Doch dann erschien auf dem zweiten Tab plötzlich die Option der gewünschten Stehplatztickets. Halleluja! Mein Herz begann zu rasen und mein Puls war so hoch wie bei einem meiner Bergaufläufe. „Hoffentlich funktioniert es bis zur Bezahlung und stürzt nicht ab. Bitte bitte. Braves System“ versuchte ich den Server zu beschwichtigen. Und ich hatte wieder einmal Glück. Der Server war mir freundlich gesinnt und um 09:23 bekam ich die Benachrichtigung, dass ich nun stolze Besitzerin zweier Konzerttickets für die „On Fire“ Tour der Rolling Stones sei. Woraufhin ich einen Freudenschrei los ließ und wie ein aufgescheuchtes Hendl aus meinem Zimmer rannte um meinen ArbeitskollegInnen von meinem Clou zu berichten. 😀
Wie war das?

„You can’t always get what you want.
But if you try sometimes well you might find.
You get what you need”

Dem stimmte dann auch noch das chinesische Glückskeks zu Mittag zu:

„You find the solution for every difficult situation“.

Wahnsinn! Was für ein Tag! Unglaublich. Unfassbar. Genial! 😀


PS: ich hoffe der Beitrag wirkt jetzt nicht völlig pietätlos. Ich habe natürlich von dem tragischen Tod von L’Wren Scott gehört. Sowas wünsche ich niemandem 😦 Ich hoffe, dass die Musik Mick Jagger helfen wird, darüber hinwegzukommen. So wie er mir schon unzählige Male mit seiner Musik geholfen hat.

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2 Gedanken zu „The Rolling Stones oder „You Can’t Always Get What You Want. But Sometimes“ ;-)

  1. ich hab bis dato noch keinen zugang zu den stones gefunden, habe mich aber ehrlicherweise auch noch nicht so sehr mit ihnen beschäftigt. in das lied werd ich mal reinhören, die textzeile gefällt mir. ein lied, über das ich auch mal durch zufall gestolpert bin und das ich grandios finde: paint it black. what a sound 😀

    ich wünsche dir herzlichst megaviel spaß beim konzert! auf dass du dich so fühlst wie ich mich bei kettcar 2012 🙂 :‘-)

  2. haha, ja das Lied ist suuuuper! genial finde ich auch:
    – start me up
    – under my thumb
    – let’s spend the night together
    – little red rooster (auf das steh ich grad total. :-D)
    – (I can’t get no) satisfaction

    danke!!! ich glaub es wird super werden 🙂
    Kettcar kenn ich wiederum gar nicht und muss ich mir unbedingt mal anhören!! 🙂

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